Wirtschafts- und Handwerksjunioren Junge Führungskräfte fordern Generationengipfel

Mehr Solidarität zwischen den Generationen – das will die "Initiative Junge Wirtschaft" erreichen, zu der sich junge Unternehmer und Führungskräfte zusammengeschlossen haben. Dazu stellt die Initiative zentrale Forderungen auf. Von Karin Birk, Berlin

Junge Führungskräfte fordern Generationengipfel

Die Spitzenverbände der jungen Unternehmer und Unternehmerinnen in Industrie und Handwerk bangen angesichts der jüngsten Beschlüsse der Großen Koalition um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe und die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. "Wir sehen die Lebensleistung unserer Eltern an, aber wir haben auch Verantwortung für unsere Familien, unsere Unternehmen und unsere Mitarbeiter", warnten die Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschlands, Anja Kapfer und der Vorsitzende der Junioren des Handwerks, Carsten Röttgers, angesichts der jüngsten außerplanmäßigen Rentenerhöhung. "Wir wollen keinen Generationenkonflikt oder eine Neiddebatte", sagte Röttgers. Jetzt gehe es darum, bis Oktober Verbände verschiedener Generationen und Politiker zu einem "Generationengipfel" an einen Tisch zu bekommen. Ziel müsse es sein, die "Generationensolidarität" zu stärken und den Weg für nachhaltige Reformen der Sozialversicherungssysteme vorzubereiten.

Außerplanmäßige Rentenerhöhung bringt Fass zum Überlaufen

In den vergangenen Monaten gab es von der Verlängerung des Arbeitslosengeldes I für Ältere über die Erbschaftsteuerreform bis hin zur Gesundheits- und Pflegereform verschiedene Beschlüsse der Großen Koalition, die den Jungen nicht so richtig passten. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat jedoch die außerplanmäßige Rentenerhöhung: "Dieses Geld fehlt uns später", warnte Kapfer. In zwanzig Jahren sei die Gefahr der Altersarmut in Deutschland bedeutend größer als heute.

Für sehr bedenklich hält Röttgers auch das Herumbasteln an der Rentenformel. "Die Rentenformel muss verlässlich sein", sagte er. Auch müsse angesichts des demografischen Wandels und des aktuellen Fachkräftemangels alles getan werden, Frühverrentung zu vermeiden und die Rente mit 67 und darüber hinaus festzusetzen. Erneut warnte er, Selbstständige gesetzlich dazu zu verpflichten, in die gesetzliche Rentenversicherung einzubezahlen. Das würde zwar kurzfristig die Kassen entlasten, aber später die Rentenkassen belasten.

Ähnlich kritisch sehen die Junioren aus Industrie und Handwerk die Verlängerung des Arbeitslosengeldes I für Ältere auf Kosten der Gemeinschaft der Beitragszahler. Auch die Gesundheitsreform müsse dringend und nachgebessert werden, heißt es. Der Gesundheitsfonds sei der falsche Weg.

Wie Röttgers sagte, bedeutet ein "einheitlicher Krankenversicherungs-Beitragssatz von 15,5 Prozent für seinen Malerbetrieb erhöhte Arbeitskosten von zehn Cent je Handwerkerstunde". Eine solche Politik mache die Unternehmen im Wettbewerb nicht stärker. Ziel müsse vielmehr sein, die Beiträge von den Lohnkosten abzukoppeln und Kapitaldeckungselemente einzuführen. Für verfehlt halten Röttgers und Kapfer deshalb auch die Reform der Pflegeversicherung. Und auf die Erbschaftsteuer würden die Jungen am liebsten ganz verzichten. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis.

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland und die Junioren des Handwerks sprechen für insgesamt 18.000 Unternehmer und Führungskräfte in Deutschland.