Jeder zweite junge Mensch hat in Südeuropa keine Arbeit. Wie Deutschland mit dem Programm MobiProEU diesen Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglichen will.
Die Bundesregierung stellt mit dem Programm MobiPro-EU insgesamt 360 Millionen Euro bereit, um jungen Menschen aus Süd- und Osteuropa eine Berufsausbildung anzubieten.
Antragsberechtigt sind Personen aus den Mitgliedsstaaten der EU im Alter von 18 bis 35 Jahren. Sie werden von dem Programm gefördert, wenn sie aufgrund der Arbeitsmarktsituation in ihrem Herkunftsland nur geringe berufliche Perspektiven haben. Diejenigen, die eine Berufsausbildung machen möchten, müssen über einen Schulabschluss verfügen, dürfen aber noch keine abgeschlossene betriebliche Berufsausbildung aus ihrem Herkunftsland besitzen. Wer als Fachkraft gefördert werden möchte, muss in der EU arbeitslos sein.
Bereits 9.000 Anträge für MobiPro-EU
Das Interesse an dem Programm sei groß und die duale Ausbildung in Deutschland habe ihre Vorzüge, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) Frank-Jürgen Weise. "Und der große Vorteil der Arbeitnehmerfreizügigkeit ist ja, dass die jungen Leute nach Abschluss der Ausbildung selbst entscheiden können, wo sie arbeiten wollen", so Weise weiter.
9.000 Anträge für Ausbildungen und Praktika in Deutschland liegen bislang vor, sagte Frank Böttcher von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Arbeitsagentur. Knapp die Hälfte der Bewerber habe mit Vorbereitungskursen begonnen. "Wir sind damit schon an der Finanzgrenze für dieses Jahr", sagte Böttcher. Für 2014 stünden 48 Millionen Euro zur Verfügung. Die deutsche Wirtschaft könne von einer solchen Zuwanderung profitieren, denn immer häufiger blieben Lehrstellen unbesetzt.
EU hat 2013 eine "Jugendgarantie" beschlossen
Frank-Jürgen Weise sieht wirtschaftsstarke Länder wie Deutschland in der Pflicht, Süd- und Osteuropa bei der Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit zu helfen. "Wenn die erste Erfahrung im Berufsleben Arbeitslosigkeit ist, hat das fatale Folgen. Wie soll man dann noch junge Leute für unser Wirtschaftssystem und für Europa begeistern?", sagte Weise in Schwerin.
Als Reaktion auf die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa hatten EU-Staats- und Regierungschefs die so genannte "Jugendgarantie" beschlossen. Bis 2015 soll diese umgesetzt werden. Danach sollen arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten ein Angebot für einen Job, eine Ausbildung oder ein Praktikum bekommen. Dafür stehen insgesamt acht Milliarden Euro bereit, so Weise. dpa/meh
