Tag gegen Lärm Jeder vierte Deutsche hört schlecht

Lärm zählt zu den Hauptbelastungen an deutschen Arbeitsplätzen, Lärmschwerhörigkeit zu den häufigsten Berufskrankheiten. Der heutige "Tag gegen Lärm" soll deshalb helfen, über die Gefahren der Lärmbelastungen aufzuklären.

Jeder vierte Deutsche hört schlecht

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sind rund fünf Millionen Menschen am Arbeitsplatz Lärm ausgesetzt, der die Gesundheit gefährdet. "Jeder Vierte in Deutschland hat Hörprobleme", meldet die Techniker Krankenkasse. Vor allem im Baugewerbe, bei der Holzverarbeitung, im Maschinenbau und im Büro sind die Lärmpegel teilweise gefährlich hoch. Als Grenzwert für einen unzulässigen Lärmpegel gelten 85 Dezibel, was etwa einer laufenden Kettensäge noch aus zehn Meter Entfernung entspricht. Diesem Wert darf ein Beschäftigter nicht über die Dauer eines ganzen Arbeitstages ausgesetzt sein.

Dauerhafter, starker Lärm schädigt jedoch nicht nur das Gehör. Lärm stört die Konzentration, erhöht das Unfallrisiko und bedeutet Stress für den ganzen Körper. Hoher Blutdruck, Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Probleme können die Folge sein.

Hörschäden bereits zu Beginn der Ausbildung

Zu der Lärmbelastung am Arbeitsplatz kommt zusätzlich noch der immer stärker werdende Geräuschpegel in unserer Freizeit hinzu. Vor allem bei jungen Menschen macht sich das bemerkbar. "Gerade bei jungen Mitarbeitern wird oft schon zu Beginn der Ausbildung eine eingeschränkte Hörfähigkeit festgestellt. Durch MP3- und iPod-Musik, in Diskos oder bei Konzerten wird das Gehör direkt beschallt – bis hin zur Lautstärke eines Düsenjets", warnt Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Nur etwa vierzig Prozent der Jugendlichen in Deutschland hätten deshalb ein völlig intaktes Gehör. Lärmminderung sei deshalb wichtig und die beste Prävention für noch gesunde Ohren.

Besonders leise Arbeitsgeräte und lärmarme Arbeitsplätze, helfen den Geräuschpegel am Arbeitsplatz zu senken. Eine Übersicht über Werkstoffe, Bauteile und Systeme, die hierzu eingesetzt werden können, hat die BAuA in einer Online-Datenbank zur Lärmminderung unter baua.de zusammengestellt. "Unternehmen, die sich um eine gute Raumakustik bemühen, investieren in ihre eigene Zukunft. Denn die Kosten, die durch Krankheitstage und Umsetzungen am Arbeitsplatz auf die Betriebe zukommen können, sind enorm", melden die Arbeitsschutzexperten.

Tipps für Arbeitgeber

Auch der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte hat einige Tipps zusammengestellt und zeigt Arbeitgebern, worauf Sie beim betrieblichen Gesundheitsschutz achten müssen:

  • Beschäftigte sind über die Gefahren durch Lärm zu informieren.
  • Zur Lärmminderung sind geeignete Gehörschutzmittel wie Gehörschutzstöpsel oder Kapselgehörschützer bereitzustellen, mit dem Ziel, Unter-, aber auch Überprotektion zu vermeiden.
  • Beschäftigten muss eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung "Lärm" angeboten werden.
  • Eine Belastung von 85 Dezibel verpflichtet den Arbeitgeber, Lärmbereiche zu kennzeichnen oder den Zugang zu beschränken.
  • Ab einer Belastung von 85 Dezibel müssen Beschäftigte Gehörschutz tragen und regelmäßige arbeitsmedizinische Lärm-Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.

    Am heutigen "Tag gegen Lärm" finden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt. Mehr dazu erfahren Sie unter tag-gegen-laerm.de .

jtw