Kfz-Versicherung Jahresrechnung auf verdeckte Preiserhöhung prüfen

Kfz-Versicherungen können ins Geld gehen. Sinken die Beiträge, ist die Freude umso größer. Allerdings sieht die Jahresrechnung für die Kfz-Police nur auf den ersten Blick gut aus. Sinkende Beiträge bedeuten nicht gleichzeitig eine günstigere Versicherung.

Sinkende Kfz-Versicherungsbeiträge sind nicht gleichzusetzen mit einer günsiger werdenden Versicherung. Autofahrer sollten die Jahresrechnung auf verdeckte Preiserhöhungen überprüfen. - © jaguardo/Fotolia.com

Millionen Autofahrer erhalten in diesen Tagen die Jahresrechnung von ihrem Kfz-Versicherer. Doch auch wenn der Beitrag etwas günstiger wird, sollten sich Kunden nicht zu früh freuen. Die Stiftung Warentest warnt vor verdeckten Preiserhöhungen. Meist werde nur der persönliche Beitrag deutlich in der Rechnung hervorgehoben, heißt es in der Zeitschrift "Finanztest".Der falle von Jahr zu Jahr tatsächlich niedriger aus, wenn der Kunde unfallfrei gefahren ist und in eine günstigere Schadenfreiheitsklasse eingestuft wird. Die Kfz-Versicherung könnte trotzdem teurer werden - der Kunde müsste also ohne die Preiserhöhung noch weniger zahlen.

Auf das Kleingedruckte schauen

"Finanztest"-Experten verdeutlichen das an einer Beispielrechnung: Ein Kunde mit 60 Prozent Beitragssatz soll laut der Jahresrechnung 300 Euro für das Jahr 2014 zahlen. Im Vorjahr waren es noch 329 Euro - allerdings bei einem Beitragssatz von 70 Prozent. Die Versicherung ist also nicht billiger sondern teurer geworden. "Finanztest" empfiehlt, auf der Rechnung nach dem oft kleingedruckten Vergleichsbeitrag ohne Beitragsänderungen zu suchen. Sei dieser Betrag niedriger als die Rechnung für das neue Jahr, liege eine Preiserhöhung vor - dann sollten Kunden den Wechsel zu einem günstigeren Versicherer mit gleichen oder womöglich sogar besseren Leistungen in Erwägung ziehen.

Nachrechnen lohnt sich

Alternativ könne der Versicherte auch den Betrag ausrechnen, der bei 100 Prozent Beitragssatz fällig wäre und mit dem Vorjahreswert abgleichen: Dazu wird jeweils der Preis mit 100 multipliziert und durch den individuellen Rabattsatz geteilt. Beispiel: Der neue Jahresbeitrag in Höhe von 300 Euro mal 100 durch 60 ergibt 500 Euro. Der alte Beitrag von 329 Euro mal 100, geteilt durch den vorherigen Rabattsatz von 70 Prozent - macht 470 Euro. Der Versicherer hat den Grundbeitrag folglich um 30 Euro erhöht.

Rabatretter fällt weg

Laut der Stiftung Warentest müssen viele Kfz-Versicherte mit Preiserhöhungen rechnen. Außerdem seien die Preisunterschiede teils gravierend, ergab ein Vergleich von 150 Angeboten von 71 Autoversicherern: Bei Fahranfängern etwa können sie demnach fast 3000 Euro im Jahr ausmachen. Eine Familie zahle für eine geeignete Kfz-Police je nach Anbieter 255 Euro pro Jahr bis hin zum knapp Fünffachen.

Änderungen betreffen auch die Versicherungsleistungen. So fällt laut der Stiftung Warentest zum Beispiel meist der sogenannte Rabattretter weg. Der verhinderte bisher, dass Fahrer, die nach vielen unfallfreien Jahren eine günstige Schadenfreiheitsklasse erreicht hatten, nach einem Crash wieder hochgestuft wurden. Als Ersatz bieten viele Kfz-Versicherer einen Rabattschutz an - der kostet allerdings extra. Wer den Kfz-Versicherer wechseln will, muss in der Regel bis zum 30. November die Kündigung beim alten Anbieter einreichen. Ein formloses Kündigungsschreiben reicht aus. dhz/dpa