"Auch ich bin lange Zeit in den Bahnen der DDR gelaufen" Jahn gegen Überheblichkeit beim Umgang mit DDR-Biografien

Der neue Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, spricht sich gegen Überheblichkeit im Umgang mit DDR-Biografien aus. Niemand solle so tun, als ob er schon immer gegen alles gewesen sei, sagte Jahn der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. "Auch ich bin lange Zeit in den Bahnen der DDR gelaufen, so sehr ich später ein anerkannter Gegner der SED-Diktatur war", sagte er.

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Jahn gegen Überheblichkeit beim Umgang mit DDR-Biografien

Berlin (dapd). Der neue Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, spricht sich gegen Überheblichkeit im Umgang mit DDR-Biografien aus. Niemand solle so tun, als ob er schon immer gegen alles gewesen sei, sagte Jahn der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. "Auch ich bin lange Zeit in den Bahnen der DDR gelaufen, so sehr ich später ein anerkannter Gegner der SED-Diktatur war", sagte er. Es sei wichtig für die Aufarbeitung, sich zu solchen Brüchen zu bekennen.

Jahn versicherte, er wolle ehemalige Angehörige der SED-Geheimpolizei nicht ausgrenzen. "Auch die Menschen, die bis 1990 bei der Stasi tätig waren, haben eine zweite Chance verdient", sagte er. Sie sollten sich einbringen können in die demokratische Gesellschaft. "Aber erst einmal müssen die Wunden der Opfer heilen können. Das heißt, die Täter müssen sich zu ihrer Verantwortung bekennen und glaubhaft bereuen", forderte er.

Zugleich hält der Bundesbeauftragte an dem Vorhaben fest, sich von 47 früheren Stasimitarbeitern in der Stasi-Unterlagen-Behörde zu trennen. "Sie beschädigen deren Glaubwürdigkeit", sagte er. Allerdings habe er auch gegenüber diesen Mitarbeitern eine soziale Verantwortung. Er wolle helfen, sie in anderen Behörden unterzubringen. "Wir sind hier auf einem guten Weg", sagte Jahn.

dapd