Die britische Automarke Jaguar fährt nach Monaten überproportionaler Zulassungszuwächse in ein "Sommerloch". Die Absatzdelle könne bis in den September hineinreichen, sagte Deutschland-Chef Peter Modelhart. Dies sei aber erwartet und Folge einer sehr guten Entwicklung, fügte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd in Rottach-Egern hinzu.
Jaguar vor Sommerloch
Rottach-Egern (dapd). Die britische Automarke Jaguar fährt nach Monaten überproportionaler Zulassungszuwächse in ein "Sommerloch". Die Absatzdelle könne bis in den September hineinreichen, sagte Deutschland-Chef Peter Modelhart. Dies sei aber erwartet und Folge einer sehr guten Entwicklung, fügte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd in Rottach-Egern hinzu. Dort stellte die wieder erstarkte Traditionsmarke ihre Mittelklasse-Luxuslimousine XF mit einem verbrauchsarmen 2,2-Liter-Diesel vor. Dieser ist Modelhart zufolge mit 5,4 Liter Normverbrauch auf 100 Kilometer der "sparsamste Motor der Jaguar-Geschichte".
Im Zuge der Neueinführung von insgesamt neun neuen Modellen, Fahrzeug- und Motorisierungsvarianten bei Jaguar und Land Rover im laufenden Modelljahr seien alle Modelle des derzeitigen Jaguar-Bestsellers XF verkauft, sagte der Manager. Die Produktion der neuen Fahrzeuge und Versionen laufe gerade im Werk Castle Bromwich an und die Auslieferung beginne nach den August-Werksferien im September.
Für die Marke sei vor allem Qualität beim Anlauf wichtig, nicht so sehr der Termin, betonte Modelhart. Zum rückläufigen Absatz trügen Zuliefererprobleme bei Metallic-Lacken, elektronischen Bauteilen und neuen Dieselmotoren durch die Ereignisse in Japan bei. Dennoch seien sowohl Jaguar als auch die Geländewagen-Schwester Land Rover für das Gesamtjahr optimistisch.
Im ersten Quartal hatte Jaguar seine Neuzulassungen bundesweit um 27,5 Prozent (Gesamtmarkt +13.9 Prozent) zum Vorjahr auf 766 Fahrzeuge gesteigert und zählte zu den wachstumsstärksten Marken auf dem deutschen Pkw-Markt. Dieses Plus schmolz jedoch bis Ende Mai auf 4,4 Prozent ab. Am Ende des Halbjahres rutschte die britische Luxusmarke mit 1.532 Neuzulassungen sogar knapp unter den Vorjahreswert (1.534).
Damit lag der Absatz jedoch fast vier Prozent über den Halbjahres-Zulassungen des Jahres 2009, in dem Jaguar und Land Rover nach längerer Krise unter dem neuen Besitzer Tata Motors beim Ergebnis den Turnaround schafften. Der US-Konzern Ford hatte wegen eigener Absatzprobleme vor drei Jahren die damals verlustbringenden Premium-Töchter Jaguar und Land Rover an den indischen Konzern verkauft.
dapd
