Das Wachstum in Deutschland wird sich nach Erwartung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln 2009 deutlich abschwächen.
IW erwartet abgeschwächtes Wirtschaftswachstum
Laut der aktuellen Konjunkturprognose des arbeitgebernahen Instituts wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr zwar noch um 1,7 Prozent wachsen, 2009 dann allerdings nur noch um 0,6 Prozent. Zuvor waren die Experten für 2008 noch von einem BIP-Plus von 2,5 Prozent und für kommendes Jahr von einem Wachstum von 1,7 Prozent ausgegangen. Im vergangenen Jahr lag das BIP-Wachstum bei 2,5 Prozent.
"Die weltweite Finanzmarktkrise lässt die deutsche Wirtschaft nicht ungeschoren", erklärten die Kölner Wirtschaftsforscher. Keineswegs drohe aber "der freie Fall in die Rezession". Dagegen spreche die gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. IW-Direktor Michael Hüther verwies zudem darauf, dass die Investitionen in eine Stagnation hineinliefen. "Daran sehen wir, dass dem konjunkturellen Aufschwung die Luft ausgeht", sagte er.
Das IW geht für 2009 von einem Zuwachs der realen Exporte von 1,5 Prozent und der Importe von 1,8 Prozent aus. Die zurückhaltende Auslandsprognose gründe unter anderem darin, dass sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft infolge der Euro-Aufwertung bereits verschlechtert habe.
Die Konjunkturschwäche bekomme auch der Arbeitsmarkt zu spüren. Gehe der Beschäftigungsaufbau dieses Jahr zunächst weiter, sinke die Zahl der Erwerbstätigen im kommenden Jahr um 40.000 – während sich die Arbeitslosenzahl leicht auf 3,3 Millionen beziehungsweise 7,6 Prozent der Erwerbspersonen erhöhe. Dass dann trotzdem ein reales Konsumplus von 0,7 Prozent zu erwarten sei, sei vor allem einer Beruhigung der Energie- und Rohstoffpreise zu verdanken.
Hüther zeigte sich zuversichtlich, dass das Rettungspaket in Höhe von mehr als 700 Milliarden Dollar für die notleidende Finanzbranche in den USA verabschiedet werde. "Wir halten das Paket für angemessen", fügte er hinzu.
ddp