Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, hat sich dagegen ausgesprochen, Griechenland ohne weitere Sparanstrengungen zu helfen. "Es nützt auch nichts, ohne Auflagen einfach mehr Geld zu überweisen. Das würde ja dann auf Strukturen treffen, die es nicht effektiv umsetzen", sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.
IW-Chef Hüther verlangt Auflagen für Griechenland
Berlin (dapd). Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, hat sich dagegen ausgesprochen, Griechenland ohne weitere Sparanstrengungen zu helfen. "Es nützt auch nichts, ohne Auflagen einfach mehr Geld zu überweisen. Das würde ja dann auf Strukturen treffen, die es nicht effektiv umsetzen", sagte er in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd. Die "mühsame Anpassungszeit" für das Land "kann fünf Jahre dauern", fügte er hinzu.
Hüther sprach sich für den Verkauf von Staatsbeteiligungen aus. "Privatisierungen bringen einerseits Geld für die Staatskasse, also für die Schuldentilgung. Aber das bereinigt auch Ineffizienzen bei den bisherigen Staatsunternehmen. Der griechische Staatsapparat insgesamt ist ja nicht effizient", sagte er.
Griechenland müsse auch bei der Lohnpolitik Abstriche machen, fügte Hüther hinzu. "Sie können auf Dauer nicht die Löhne ohne Rücksicht auf die Produktivität anheben." Die Lohnstückkosten in Griechenland seien seit Anfang des Jahrzehnts um 40 Prozent gestiegen, in Deutschland um 7 Prozent.
Er glaube nicht, dass Griechenland aus dem Euro austreten wolle, sagte Hüther. "Die wollen das Geld, aber die Anstrengungen der Anpassungen umgehen. Das aber wird so oder so nicht gelingen, sie müssen liefern."
dapd
