100 Jahre Iveco Magirus Nutzfahrzeuge: Mit innovativem Unternehmergeist trieb die Iveco-Sparte Magirus den Fortschritt im Fahrzeugbau maßgeblich voran. Das Ulmer Unternehmen ist Pionier im Bau von Transportern und produzierte als erste LKW-Manufaktur einen Lastwagen mit metrischem Gewinde.

Als im Jahr 1975 fünf Unternehmen aus Italien, Frankreich und Deutschland ihre Kompetenzen im Nutzfahrzeugbau in der neugegründeten Iveco AG bündelten, konnte das einzige deutsche Gründungsunternehmen Magirus bereits auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Zahlreiche Innovationen im Nutzfahrzeugbau gehen auf das Konto der Ulmer Manufaktur.
Iveco Magirus: Wegbereiter für den Transporter
Die ersten Schritte in der Herstellung von Fahrzeugen unternahm Magirus im Jahr 1916, als der damalige Oberingenieur Heinrich Buschmann mit der Entwicklung und Konstruktion eines 3-Tonnen-Lastwagens mit Vierzylinder-Ottomotor begann. In den Jahrzehnten davor machte der mittlerweile über 150 Jahre alte Ulmer Traditionsbetrieb vor allem mit richtungsweisenden Entwicklungen im Bereich der Feuerbekämpfung von sich reden. So entspringen die mobile Ulmer Leiter, dampfbetriebene Motorspritzen und Elektromobil-Drehleitern mit Radnabenmotoren der Feder von Magirus-Entwicklern.
Der erste Magirus LKW lief im Jahr 1917 vom Ulmer Band. Es war der erste Lastwagen überhaupt mit metrischen Maßen anstelle der bisherigen Zollgewinde. Auch in den folgenden Jahrzehnten nahm Magirus in so mancher Hinsicht die Rolle des Vorreiters in der Herstellung von Nutzfahrzeugen ein. So wurden als nächstes Leder-Riemenantriebe von der Gelenkwelle abgelöst. In den 30er-Jahren entwickelte Magirus mit dem leichten Frontlenker M10 den Wegbereiter der heute bekannten Transporter .
Offizieller Mannschaftsbus der Fußball-Weltmeister von 1954
Die Idee einen Bus mit Heckmotor zu produzieren, entstand bereits im Jahr 1935. Der Plan konnte jedoch aufgrund des 2. Weltkriegs erst im Jahr 1951 in Gestalt des O 6500 in die Tat umgesetzt werden. Schon bald diente der O 6500 mitunter prominenten Fahrgästen als Verkehrsmittel: Der 170 PS starke Bus mit V8 Motor war der offizielle Mannschaftsbus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1954. Weitere Beispiele, in denen Magirus seinen Nachfolgern den Weg ebnete, sind unter anderem der Rundhauber von 1953 sowie der Saturn 200 von 1955 mit dem ersten kippbaren Fahrerhaus.
Iveco Magirus heute: Wichtige Säule im Nutzfahrzeugbau
Inzwischen sind Magirus bzw. Iveco ein Teil der niederländischen CNH Industrial AG. Obwohl die Ulmer Lastwagenproduktion im Jahr 2012 eingestellt wurde, ist das Werk Donautal auch heute noch maßgeblich am Produktions- und Entwicklungsprozess von Nutzfahrzeugen beteiligt. Neben den Geschäftsbereichen Feuerwehrfahrzeuge und Brandschutz unterstützt die Ulmer Niederlassung die Nutzfahrzeugproduktion als Ersatzteillager, Umbauabteilung sowie als Service-Akademie. Mehr als 250 Ingenieure und Techniker arbeiten zudem an der Produktentwicklung, führen Testings und Fahrversuche auf konzerneigenen Teststrecken durch und optimieren mittels Design-Analysen und zerstörungs freien Simulationen die Sicherheit und Performance der Fahrzeuge. fre