Nach dem Einstieg beim insolventen US-Autokonzern Chrysler greift Fiat nun auch nach Opel. Nach Meinung von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) muss eine Rettung des Autokonzerns Opel "Sinn machen".
Italiener greifen nach Opel
Die Bundesregierung wolle nicht konzeptionslos ins Abenteuer rutschen, sagte zu Guttenberg dem Deutschlandfunk vor dem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio Marchione. Er wolle in dem Treffen "mehr Konkretes" hören. Die Regierung benötige belastbare Zahlen und Fakten von Fiat. Wie ein möglicher Einstieg aussehen könne, wisse man derzeit noch nicht.
Zu Guttenberg erklärte weiter, dass vor dem Einstieg eines Investors bei Opel, eine Einigung zwischen diesem und der US-amerikanischen Opel-Mutter General Motors (GM) nötig sei. Diese habe bis Ende des Monats Zeit, der US-Regierung ein tragfähiges Zukunftskonzept vorzulegen. Sicher sei, dass GM Europe allein schwer überleben könne und einen starken industriellen Partner benötige. Er habe die "leise Hoffnung", dass die deutschen Standorte gesichert werden könnten. Dass die Bundesregierung so viele Arbeitsplätze wie möglich sichern wolle, stehe zudem "völlig außer Frage".
Zu Guttenberg trifft sich am Montag mit dem Fiat-Chef. Der italienische Autokonzern, der bereits bei dem angeschlagenen US-Autobauer Chrysler eingestiegen ist, plant dem Vernehmen nach ein Megaunternehmen mit Chrysler und Opel zusammen.
Weiterer Interessent ist der österreichisch-italienische Autozulieferer Magna, der im Vergleich zu Fiat Medienberichten zufolge deutlich mehr für Opel bietet. Magna bietet demnach mehr als fünf Milliarden Euro, Fiat unter einer Milliarde Euro. Bezüglich eines Investors gebe es noch keine Vorfestlegungen, sagte zu Guttenberg dem Deutschlandfunk.
ddp
