Bis zu 1.100 Teilnehmer verfolgen Rede - Vereinzelt Pfeifkonzerte Islamprediger Vogel in Hamburg

Die Rede des fundamentalistischen Islampredigers Pierre Vogel am Samstag in Hamburg hat weniger Zuspruch gefunden als erwartet. Lediglich bis zu 1.100 Zuhörer hatten nach Angaben der Polizei den Auftritt Vogels am Abend inmitten der Innenstadt verfolgt.

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Islamprediger Vogel in Hamburg

Hamburg (dapd-nrd). Die Rede des fundamentalistischen Islampredigers Pierre Vogel am Samstag in Hamburg hat weniger Zuspruch gefunden als erwartet. Lediglich bis zu 1.100 Zuhörer hatten nach Angaben der Polizei den Auftritt Vogels am Abend inmitten der Innenstadt verfolgt. Zu den angekündigten Gegendemonstrationen der rechtspopulistischen Partei "Die Freiheit" sowie der "Linksjugend Solid", die in Hör- aber nicht in Sichtweite der Salafisten-Kundgebung stattfanden, zählten die Einsatzkräfte etwa 100 Teilnehmer.

Der Auftritt des fundamentalistischen Islampredigers verlief ohne Zwischenfälle. Bei der Veranstaltung am Bahnhof Dammtor sei es friedlich geblieben, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag in der Hansestadt auf dapd-Anfrage. Vereinzelt kam es während Vogels Rede zu Pfeifkonzerten.

Vogel war bereits in Koblenz, Frankfurt am Main und Mönchengladbach auftreten. Er war in die Schlagzeilen geraten, nachdem er bei einem Auftritt in Mönchengladbach empfohlen hatte, in Problembezirken wie Berlin-Neukölln für kriminelle Jugendliche versuchsweise die Scharia einzuführen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte er prophezeit, in der Hölle zu landen, wenn sie nicht den Islam annähme.

Der deutsche Konvertit gilt als prominentester Prediger des sogenannten Salafismus in Deutschland. Die Anhänger der Ideologie legen den Koran wörtlich aus und lehnen Entwicklungen der islamischen Religionsgeschichte als unerlaubte Neuerungen ab. Sie sehen einen Gottesstaat mit dem islamischen Rechtssystem, der Scharia, als optimale Herrschaftsform an.

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten kürzlich beschlossen, dem Salafismus stärker entgegenzutreten. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hessens Ressortchef Boris Rhein (CDU), hatte die Ideologie in der Tageszeitung "Die Welt" als "Dreh- und Angelpunkt für diejenigen bezeichnet, die sich am sogenannten Heiligen Krieg beteiligen wollen". Die großen Islamverbände stehen Vogel und der Minderheit der Salafisten kritisch gegenüber.

dapd