Steuertipp Investitionsabzugsbetrug bei PV-Anlage: Privatnutzung geklärt

Eine Voraussetzung für den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags ist, dass der gekaufte Gegenstand im Jahr des Kaufs und im Jahr danach ausschließlich betrieblich genutzt wird. Doch gilt das nun auch beim Kauf einer PV-Anlage? Das Bundesfinanzministerium hat diese Frage jetzt beantwortet.

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Aufgrund der explodierenden Energiepreise lassen sich immer mehr Eigenheimbesitzer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des privaten Eigenheims installieren. Speisen Sie den Strom gegen Vergütung ins Netz eines Stromanbieters ein, werden Sie aus steuerlicher Sicht Gewerbetreibende. Und damit steht Ihnen bereits im Jahr der Planung des Kaufs einer PV-Anlage der Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG zu. Hier gibt es in der Praxis oftmals jedoch steuerliche Unsicherheiten.

Grundsätze zum Investitionsabzugsbetrag

Mit dem Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG dürfen bereits im Jahr der Planung 50 Prozent des Nettokaufpreises der PV-Anlage als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Und dieser so genannte Investitionsabzugsbetrag darf im Jahr des Abzugs steuersparend mit anderen Einkünften des Betreibers der PV-Anlage verrechnet werden.

Was passiert bei einer mehr als 10-prozentigen Privatnutzung der PV-Anlage?

Weitere Voraussetzung für den Abzug eines Investitionsabzugsbetrags ist, dass der gekaufte Gegenstand im Jahr des Kaufs und im Jahr danach ausschließlich betrieblich genutzt wird. Und ausschließlich bedeutet "mehr als 90 Prozent". Wird das nicht eingehalten, kippt der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend. Das bedeutet: Das Finanzamt ändert den Steuerbescheid, in dem der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wurde und fordert die gesparten Steuern, somit Nachzahlungszinsen zurück.

Doch gilt das nun auch beim Kauf einer PV-Anlage, bei der in der Regel mehr als zehn Prozent des Stroms für den privaten Verbrauch abgezweigt werden?

Steuertipp: Gute Nachricht für alle privaten Betreiber einer PV-Anlage. In einem Schreiben hat das Bundesfinanzministerium zu dieser Frage klargestellt, dass der private Verbrauch des von der PV-Anlage erzeugten Stroms keine schädliche Verwendung im Sinn von § 7g Abs. 1 EStG ist (BMF, Schreiben v. 15.Juni 2022, Az. IV C 6 – S 2139-b/21/10001:001, Randziffer 44). Der Investitionsabzugsbetrag ist damit gerettet. dhz