Steuertipp Investitionsabzugsbetrag: Mehr Zeit zum Investieren

Haben Sie in den Jahren 2017 oder 2018 einen Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG vom Gewinn abgezogen, hätten Sie die Investitionen in den nächsten drei Jahren durchführen müssen. Das bedeutet im Klartext: Das Finanzamt hätte die Investitionen für den 2017 abgezogenen Investitionsabzugsbetrag bis 31.12.2020 erwartet und die Investitionen für den 2018 abgezogenen Investitionsabzugsbetrag bis Ende 2021.

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Folgen bei unterbliebener Investition

Unterbleibt die Investition in diesem 3-Jahres-Zeitraum, ändert das Finanzamt grundsätzlich den Steuerbescheid des Abzugsjahrs, erhöht den Gewinn um den zu Unrecht abgezogenen Investitionsabzugsbetrag und fordert Steuern plus Nachzahlungszinsen.

Verlängerung des Investitionszeitraums wegen Corona

Da viele Unternehmen wegen der Corona-Krise die finanzielle Liquidität ihres Betriebs sichern wollen, verzichten sie in den Jahren 2020 und 2021 besser auf Investitionen. Doch das soll steuerlich keine Nachteile bringen. Für den im Jahr 2017 abgezogenen Investitionsabzugsbetrags wurde der Investitionszeitraum bereits von drei auf vier Jahre ausgedehnt. Im Entwurf des "Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts" finden sich zwei weitere Verlängerungen zum Investitionszeitraum. Gemeint sind folgende geplante Neuregelungen:

  • Investitionsabzugsbetrag 2017: Der Investitionszeitraum wird von vier auf fünf Jahre verlängert. Es reicht also eine Investition bis spätestens 31.12.2022, ohne dass das Finanzamt den Steuerbescheid 2017 ändert.
  • Investitionsabzugsbetrag 2018: Der bisher dreijährige Investitionszeitraum wird auf vier Jahre verlängert. Wurde vom Gewinn 2018 ein Investitionsabzugsbetrag abgezogen, wird es steuerlich nicht beanstandet, wenn die Investition bis Ende 2022 erfolgt. dhz