Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung Invalidität im Handwerk richtig absichern

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Handwerker ideal, um Invaliditätsrisiken abzusichern. Was aber tun, wenn kein ausreichender Schutz zu bekommen ist, etwa wegen einer Vorerkrankung oder wegen des Berufs? Es gibt Alternativen, aber die Bedingungen sind sehr unterschiedlich.

Risikoabsicherung: Für Handwerker, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, gibt es Alternativen. - © krizz7 - Fotolia

Handwerker, die wegen ihres Berufes grundsätzlich keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) erhalten, sollten auf jeden Fall Ersatzangebote prüfen. Das ist besser, als gar kein Schutz.

Eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung kommt dem Schutz der Berufsunfähigkeitsversicherung dabei am nächsten. Das Problem: Die Hürde der Erwerbsunfähigkeit liegt deutlich höher als die der Berufsunfähigkeit.

Der Versicherte darf kaum noch in der Lage sein, überhaupt einen Beruf auszuüben. Dafür ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung günstiger als eine BU. Bestimmte Versicherer lassen aber eine tägliche Arbeitszeit von drei Stunden zu und zahlen trotzdem.

Kaum bekannt: die Grundfähigkeitsversicherung

Auch der Verlust grundlegender Fähigkeiten wie "Sehen" oder "Sprechen" kann eine Invalidität nach sich ziehen. In so einem Fall kann eine Grundfähigkeitsversicherung helfen.

Der Versicherungsfall tritt ein, wenn man nach ärztlicher Beurteilung insgesamt mindestens zwölf Monate lang ununterbrochen nicht fähig war oder in Zukunft nicht fähig sein wird, mindestens eine der Hauptfähigkeiten "Sehen", "Sprechen", "Orientieren" oder "Hände gebrauchen" auszuüben oder mindestens drei Fähigkeiten aus einem weiteren Katalog auszuüben. Dazu gehören "Hören", "Sitzen", "Greifen" oder "Stehen".

Vorteil dieser kaum bekannten Versicherung: Sie leistet unabhängig davon, ob der Versicherte mit der gesundheitlichen Einschränkung noch arbeiten kann oder nicht. Allerdings liegt die Police preislich auf dem Niveau der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die private Unfallversicherung ist ebenfalls eine Möglichkeit sich abzusichern, etwa für Dachdecker oder Gerüstbauer, die wegen ihres Berufs schwer einen Versicherungsschutz erhalten.

Handwerker sollten sich jedoch im Klaren sein, dass die Versicherung nur dann zahlt, wenn der Versicherte durch einen Unfall invalide wird. Die häufigsten Krankheitsursachen für Invalidität sind mit einer Unfallversicherung schlichtweg nicht versichert. dapd/rh