Bei sich quälend langsam aufbauenden Seiten oder ruckelnden Videos sehen viele Internetnutzer Rot: Um das Problem in den Griff zu bekommen, muss man auf Fehlersuche gehen. Testseiten und der Provider helfen dabei.

Viele Nutzer kennen es: Die Geschwindigkeit des Internetanschlusses ist nicht annähernd so, wie sie sein sollte. Das Laden der Seiten dauert lange und das Abspielen von Filmen verläuft alles andere als ruckelfrei. Das Geschwindigkeitsproblem kann jedoch verschiedene Ursachen haben. Ausführliche Fehlersuche lohnt sich.
An einer zu geringen Geschwindigkeit müssen nicht zwangsläufig die Provider schuld sein. Bevor man sich mit seinem Anbieter streitet, sollte man deshalb zunächst versuchen, das Geschwindigkeitsproblem selbst in den Griff zu bekommen. Oft bringt schon der Wechsel des WLAN-Sendekanals in den Router-Einstellungen eine Verbesserung.
Wie wechselt man den WLAN-Kanal?
Hierzu muss zunächst im Browser (Firefox, Chrome, Internetexplorer etc.) das Routermenü aufgerufen werden. Dieses Menü gibt es bei jedem Provider. Bei der Deutschen Telekom beispielsweise ist es über speedport.ip aufrufbar. Bei einer Fritz Box gelangt man über http://fritz.box. ins Routermenü. Ist Vodafone der Provider lautet die Adresse http://easy.box. Auch alle anderen Anbieter verfügen über derartige Adressen. Sie sind normalerweise im Handbuch des Routers nachlesbar. Alternativ gibt es bei den meisten Routern auch die Möglichkeit durch die Eingabe der IP-Adresse (in das Browserfenster) ins Menü zu gelangen.
Im Menü findet sich bei den meisten Routern ein Unterpunkt, der sich mit den Kanal/Funkeinstellungen befasst. Hier kann mit einem Klick auf die Auswahlliste der Kanal gewechselt werden. Bei vielen neuen Routern gibt es zudem die Möglichkeit, das Gerät selbst nach dem besten und störungsfreisten Kanal suchen zu lassen.
Zu langsames Internet – manchmal nur ein Missverständnis
Manchmal handelt es sich bei einer vermeintlich langsamen Internetverbindung auch nur um ein Missverständnis, aufgrund verschiedener Maßeinheiten. Provider geben die Geschwindigkeit meist in Megabit pro Sekunde an (MBit/s), während mancher Browser im Download-Manager Megabyte pro Sekunde (MByte/s) anzeigt. Um von Mbit auf Mbyte zu kommen, muss die Mbit-Angabe durch acht geteilt werden. Wer also etwa bei einer 16-Megabit-Leitung mit maximal zwei MByte/s Daten herunterladen kann, sollte nicht klagen, sondern kann sich über eine voll ausgereizte Verbindung freuen.
Testseiten helfen um Geschwindigkeit zu ermitteln
Um die tatsächliche Internetgeschwindigkeit des eigenen Anschlusses zu ermitteln, helfen Testseiten. Beispielsweise bietet die Bundesnetzagentur unter https://breitbandmessung.de eine solche Seite an. Um das absolute Geschwindigkeits-Maximum des Anschlusses zu ermitteln, gilt es, den Testrechner per LAN-Kabel mit dem Router zu verbinden. Außerdem sollten die verschiedenen LAN-Anschlüsse durchprobiert werden. Denn: an manchen Routern sind bestimmte LAN-Ports mit Geschwindigkeitsgrenzen belegt.
Für ein belastbares Testergebnis sollte die Messung mehrmals am Tag, und zu verschiedenen Zeiten über mehrere Tage hinweg vorgenommen werden, um so temporäre Schwankungen auszuschließen.
Außerdem sollten die Messungen protokolliert werden. Hierbei helfen einfache Freeware-Programme wie "NetWorx". Diese Software speichert die Messdaten automatisch als Textdokument ab. Kommt die Leitung über einen längeren Zeitraum nicht auf die versprochene und vom Kunden bezahlte Leistung, kann man seinen Provider kontaktieren und mit den belastbaren Messdaten konfrontieren. Dieser muss anschließend an der Leitung nachbessern.
Provider bieten Hilfeforen an
Wer keine Lust hat in den langen Warteschleifen der Servicehotlines festzustecken, dem bieten die Provider alternative Kontaktmöglichkeiten an. Oft funktioniert die Kontaktaufnahme auch über das Internet. Hierzu gibt es bei den Unternehmen spezielle Support-Foren sowie Unterstützung via Twitter oder Facebook. Dort bekommt man in der Regel binnen kurzer Zeit Antworten auf seine Fragen.
Ist die Störung gravierender, sodass ein komplexer Sachverhalt geschildert werden muss, oder fällt das Internet ganz aus, kommt der Nutzer natürlich um einen Telefonanruf im Kundencenter nicht herum. Für diese Situationen können die Kunden auf spezielle Störungshotlines der Provider zurückgreifen. Der Vorteil: Geringere Wartezeiten und die sofortige Verbindung mit dem richtigen Ansprechpartner. Das erspart lästiges Weiterverbinden und hilft, das Internet-Problem schneller zu lösen. end/dpa
Die wichtigsten Service-Hotlines auf einen Blick
| Provider | Hotline für Störungen |
| Telekom | 0800/33 01 000 |
| Vodafone | 0800/17 21 212 |
| Kabel Deutschland | 0800/52 66 625 |
| 1&1 | 0721/96 00 |
| O2 | 0800/52 51 378 |