IMK erwartet mit vier Prozent höchste Wachstumsrate seit 20 Jahren Institut prognostiziert den Super-Aufschwung

So viel Euphorie hat bislang noch kein deutsches Wirtschaftsinstitut gewagt: Geht es nach den Ökonomen des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 4,0 Prozent zulegen - und damit so stark wie zuletzt 1991

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Institut prognostiziert den Super-Aufschwung

Berlin (dapd). So viel Euphorie hat bislang noch kein deutsches Wirtschaftsinstitut gewagt: Geht es nach den Ökonomen des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 4,0 Prozent zulegen - und damit so stark wie zuletzt 1991. Eine Wachstumsrate dieser Intensität habe selbst die Experten überrascht, sagte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Gustav Horn, am Montag in Berlin. Das Institut war noch im April von einem Plus von 2,7 Prozent ausgegangen.

2012 werde die hohe Wachstumsdynamik zwar etwas abflauen, von einem Abbruch könne aber keine Rede sein. Nach Einschätzung der IMK-Experten wird das BIP im kommenden Jahr um 2,3 Prozent steigen. Zuvor hatte die Prognose bei 1,7 Prozent gelegen. Horn zeigte sich optimistisch: Die Zahlen seien sehr realistisch und leicht zu erreichen.

Massiven Anteil am prognostizierten Super-Wachstum hätten im Vergleich zu früheren Jahren die Konsumenten, sagte Horn. Die privaten Ausgaben sollen in diesem Jahr um 1,7 Prozent steigen - das wäre die höchste Zunahme seit zehn Jahren. 2012 würden die Konsumausgaben um 1,3 Prozent und damit ähnlich stark steigen. "Die Wirtschaft wächst balancierter als im vergangenen Jahr", erklärte Horn. "Wir hängen nicht mehr ganz so extrem am Export, jetzt bringt auch der private Konsum Impulse."

Der Außenhandel bleibe aber Wachstumsmotor. Nach Berechnung der IMK-Experten steigen die Ausfuhren in diesem Jahr um 8,9 Prozent, die Importe legen um 6,6 Prozent zu. 2012 verlangsame sich der Zuwachs leicht, die Exporte sollen dann um 6,8 Prozent wachsen, die Einfuhren um 5,2 Prozent.

Was die verfügbaren Einkommen betrifft, geht das Institut von einem Plus von 1,5 Prozent in diesem und 1,3 Prozent im nächsten Jahr aus. Als Grund für die Zuwächse nannte Horn die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. 2011 seien Schätzungen zufolge 2,95 Millionen Menschen ohne Arbeit, 2011 sinke die Arbeitslosigkeit auf 2,74 Millionen.

dapd