Studie von Creditreform Insolvenzen: Auf tiefstem Stand seit 15 Jahren

Die Zahl der Unternehmen, die 2014 Insolvenz angemeldet haben ist auf dem tiefsten Stand seit 15 Jahren. Entspannung gibt es vor allem bei zwei Handwerks-Branchen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2014 gesunken. Am stärksten macht sich das im Verarbeitenden Gewerbe bemerkbar. Entspannung gibt es auch im Baugewerbe. - © Foto: Colourbox.de

Sowohl die Zahl der Unternehmerinsolvenzen als auch der Privatinsolvenzen ist 2014 zurückgegangen. Darauf weist die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hin. Insgesamt hätten in diesem Jahr 23.800 Unternehmen Insolvenz angemeldet. Laut Creditreform sei das der tiefste Stand seit Einführung der Insolvenzverordnung vor 15 Jahren. Im Vorjahr hätten 26.120 Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Stabile Konjunktur, leichter Zugang zu Krediten

Gründe für den Rückgang liegen für die Wirtschaftsauskunftei vor allem in dem einfacheren Zugang zu Krediten, der konjunkturellen Stabilität sowie der positiven Ertragssituation im Mittelstand. Weiter heißt es, dass sich die Ukraine-Krise und die EU-Sanktionen gegen Russland bislang nicht in der Insolvenzentwicklung einzelner Branchen wiederspiegeln würden.

Verarbeitendes Gewerbe ist Spitzenreiter

Am stärksten seien die Insolvenzzahlen im Verarbeitenden Gewerbe gesunken. 2014 haben 1.760 Unternehmen in diesem Wirtschaftsbereich Insolvenz angemeldet. Creditreform zufolge hätte dem Bereich der Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre gut getan.  

Auch das Baugewerbe wird im Insolvenzbericht von Creditreform erwähnt. Hier liege die Insolvenzquote bei minus 5,7 Prozent . 3.450 Bauunternehmen hätten 2014 Insolvenz angemeldet. Das Minus sei in diesem Bereich unterdurchschnittlich. Hauptgrund für die Insolvenzen im Baugewerbe sei eine zu geringe Eigenkapitalquote .

Insolvenzquote beim Bau hoch

Darüber hinaus sind die Insolvenzquoten im Zuge der gesunkenen Zahlen an Insolvenzen ebenfalls zurückgegangen. Die relative Insolvenzbetroffenheit liege gesamtwirtschaftlich bei 73 Insolvenzfällen je 10.000 Unternehmen. 2013 sind es noch 80 Fälle gewesen. Allerdings sei die Insolvenzquote im Baugewerbe noch überdurchschnittlich hoch. Je 10.000 Unternehmen in diesem Wirtschafssektor waren 95 Insolvenzen zu verzeichnen. Im Vorjahr sind es noch 101 Insolvenzen gewesen, wie Creditreform mitteilt. Dagegen sei die Insolvenzquote im Verarbeitenden Gewerbe von 52 (2013) auf 42 in diesem Jahr deutlich gesunken.

Von Kleinstinsolvenzen geprägt

Risikobehaftet seien vor allem Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Ein Anstiegt der Insolvenzzahlen sei aber auch bei den "Sonstigen Insolvenzen" zu verzeichnen, die mehrheitlich Insolvenzen ehemals selbstständiger Personen betreffen. Hierbei können die Reform des Insolvenzrechts eine Rolle gespielt haben, da bis zum Sommer ein Verfahren nach der alten Rechtslage für diese Personengruppen möglich war.

Die Reform des Insolvenzrechts mit der Möglichkeit einer verkürzten Wohlverhaltensphase für Verbraucher hatte auf die Zahl der Verbraucherinsolvenzen bisher offenbar kaum Auswirkungen.

Laut Creditreform ist das Insolvenzgeschehen in Deutschland 2014 von Kleinstinsolvenzen geprägt gewesen. In acht von zehn Fällen (80,9 Prozent) betrug die Mitarbeiterzahl in den betroffenen Unternehmen maximal fünf. Mittlere und größere Unternehmen konnten offenbar stärker von der guten Konjunkturlage der zurückliegenden Monate profitieren. Lediglich 90 Fälle seien registriert worden, bei denen der Jahresumsatz über 50 Millionen Euro lag. Im Vorjahr waren es 130 Unternehmen. dhz