Studie Innovationen: Deutschland investiert stärker

Auch während der Wirtschaftskrise haben viele deutsche Unternehmen in Forschung und Entwicklung investiert. Das zahlt sich nun aus. Laut einer aktuellen Studie hat Deutschland seine Innovationsfähigkeit gesteigert.

Innovationen: Deutschland investiert stärker

Als wesentlichen Grund für die Steigerung gibt der Innovationsindikator 2011, den die Deutsche Telekom Stiftung gemeinsam mit mehreren Verbänden und Instituten herausgibt, die hohen Investionen in neuen Entwicklungen an. Hier waren sowohl die öffentliche Hand als auch die Unternehmen eher bereit, zu investieren. Bei der vorausgegangenen Befragung im Jahr 2009 erreichte Deutschland Platz 9 von 17 Ländern, die mitgemacht haben.

Platz eins des diesjährigen Rankings erreichte die Schweiz, gefolgt von Singapur und Schweden. Deutlicher Verlierer ist die USA. Sie kamen auf Platz neun, obwohl sie 2009 noch den ersten Platz belegten. Die Autoren der Studie sehen vor allem die sogenannten BRICS-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrik, auf dem Vormarsch, auch wenn diese aktuell noch einen erheblichen Nachholbedarf zeigen. In dieser Gruppe spielt China eine Sonderrolle. "Nicht allein wegen seiner Größe und seiner Dynamik, sondern auch wegen der hohen Innovationsbereitschaft seiner Bevölkerung", laut das Fazit. Hier rechnen die Experten mit hohen Innovationszuwächsen.

Ohne Steuerentlastungen

Wie die Studie zeigte, haben die deutschen Firmen ihre Innovationen größtenteils ohne Steuerentlastungen erreicht. Im Vergleich zu den meisten anderen Industrieländern leistet der deutsche Staat insgesamt weniger finanzielle Unterstützung für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Unter­nehmen und nutzt dabei ausschließlich Instrumente der direkten Projektförderung. Besonders kleine und mittlere Betriebe könnten hier mehr Unterstützung gebrauchen, erklären die Studienverfasser.

Duale Ausbildung rettet Bildungsergebnisse

Aufgeteilt in einzelne Indikatoren, die die Innovationsfähigkeit eines Landes beeinflussen, zeigen sich die größten Schwachstellen in Deutschland im Bildungssystem. Die Mängel im Bildungssystem lassen die Bundesrepublik im Innovationsranking auf Platz 17 (2009: Rang 12) abrutschen. Hier ist also noch viel zu tun, wenn der Innovationsfaktor noch weiter steigen soll. Einzig die berufliche Bildung konnte die deutschen Werte des Innovationsindikators heben. Das duale System leiste einen wesentlichen Beitrag zum Innovationserfolg, könne andere Schwächen jedoch nicht ausgleichen", so die Studie.

dhz