Handwerksberufe Innovation auch auf dem Lehrplan

Der technische Fortschritt rast. Handwerksbetriebe und deren Mitarbeiter müssen sich immer wieder an neue Maschinen, Verfahren und Techniken gewöhnen. Zum Start des neuen Ausbildungsjahrs wurden deshalb auch einige Handwerksberufe modernisiert.

Die digitale Welt hat die Druckberufe erobert. Die neuen Ausbildungsordnungen tragen dem ab 1. August Rechnung. - © AMH

Innovation auch auf dem Lehrplan

Zum neuen Ausbildungsjahr 2011/2012 wurden neun Ausbildungsordnungen für handwerkliche Berufe aktualisiert. Dabei geht es vor allem um die Anpassung an die technischen Innovationen. Aber auch moderne Dienstleistungen stehen im Fokus: Bei den Augenoptikern wurde der Bereich "Kunden- und Typberatung" aufgewertet. Und mit dem "Textilgestalter im Handwerk" erfasst ein neuer Ausbildungsberuf nun alle Auszubildenden der Berufsfelder Sticken, Stricken, Weben, Klöppeln und Posamentieren.

Besonders modern und damit digital wird es in den Druckberufen. Die künftigen Mediengestalter und Medientechnologen lernen die neuen Verfahren für die Bereiche Druck, Siebdruck, Flexografie und Buchbinder in ihrer Ausbildung kennen und können zusätzliche Qualifikationen erwerben.

Seit dem 1. August gelten folgende Neuerungen:

  • Buchbinder: Im Zuge der Modernisierung entstanden zwei Berufe: der handwerklich orientierte Buchbinder und der stärker prozessorientierte Medientechnologe Druckverarbeitung für die industrielle Produktion. Die Ausbildungen beinhalten jeweils Wahlqualifikationen.
  • Mediengestalter Flexografie: Der bisherige Ausbildungsberuf "Flexograf" wurde umbenannt. Der Rahmenlehrplan ist identisch mit dem Rahmenlehrplan für den Mediengestalter Digital und Print.
  • Medientechnologe Druck: Der bisherige Ausbildungsberuf "Drucker" wurde umbenannt. Den Erfordernissen der Betriebe wurde durch die Strukturierung nach Wahlqualifikationen Rechnung getragen. Die neue Verordnung ermöglicht auch, ein in der Ausbildung zusätzlich vermitteltes Druckverfahren als Zusatzqualifikationen prüfen zu lassen.
  • Medientechnologe Siebdruck: Der bisherige Ausbildungsberuf "Siebdrucker" wurde umbenannt. Neu ist die Möglichkeit, den großformatigen Digitaldruck oder den Tampondruck als Zusatzqualifikation prüfen zu lassen. Die Ausbildung erfolgt nach Wahlqualifikationen.
  • Augenoptiker: Die Prüfungsinhalte "Kunden-/Typberatung" wurden aufgewertet, die Gesellenprüfung wird in zwei zeitlich auseinanderfallende Prüfungsteile gegliedert Teile ("gestreckte Gesellenprüfung").
  • Bootsbauer: Die Ausbildung erfolgt in einer der Fachrichtungen "Technik" oder "Neu-, Aus- und Umbau" und beinhaltet die gestreckte Prüfung.
  • Textilgestalter im Handwerk: Dieser neue Ausbildungsberuf ersetzt die bestehenden Ausbildungsberufe Sticker, Stricker und Weber. Die Ausbildung erfolgt nach sechs Fachrichtungen (Sticken, Stricken, Weben, Klöppeln und Posamentieren). Die Qualifikationen der Paramentik können als Zusatzqualifikation während der Ausbildung erlernt und geprüft werden.
  • Technischer Produktdesigner und Technischer Systemplaner: Mit der Schaffung dieser neuen Berufsgruppen wird der bisherige Beruf "Technische Zeichner" neu geschnitten und in die Berufe "Technischer Produktdesigner" und "Technischer Systemplaner" überführt.

ZDH/dhz