Erstmals in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion sind im Mai die Verbraucherpreise in der Eurozone auf Jahressicht nicht gestiegen. Laut der europäischen Statistikbehörde belief sich die Inflation auf null Prozent.
Inflationsrate in der Eurozone auf Rekordtief
Im vergangenen Sommer hatte die Inflationsrate bei 4,0 Prozent noch ein Rekordhoch verzeichnet. Gegenüber dem Vormonat zogen die Preise im Mai leicht um 0,1 Prozent an.
Die Inflation liegt damit deutlich unter der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB) von "unter, aber nahe zwei Prozent". Der EZB-Leitzins steht allerdings bereits auf dem historischen Tiefstand von 1,00 Prozent. Die Mehrheit der Beobachter rechnet damit, dass sich an diesem Niveau in den kommenden Monaten nichts ändern wird.
Für die gesamte Europäische Union wies die Behörde für Mai einen Anstieg der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat von 0,7 Prozent aus. Auf Monatssicht belief sich die Teuerung ebenfalls auf 0,1 Prozent. Erneut sorgten vor allem die auf Jahressicht deutlich gesunkenen Energiepreise für die stagnierende Teuerungsrate.
Den Angaben zufolge lagen die Energiepreise in der Eurozone im Mai um 11,6 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau. Die Preise für Nahrungsmittel zogen im selben Zeitraum lediglich um 0,3 Prozent an. Die höchste Teuerung im Jahresvergleich verzeichnete Alkohol- und Tabakprodukte mit 3,3 Prozent.
Bankvolkswirte gehen davon aus, dass die Eurozone-Inflation im Juni in den negativen Bereich fallen wird. Ab Spätsommer oder Anfang Herbst wird aber wieder mit einem Anziehen der Jahresteuerungsraten gerechnet. Auch in Deutschland lag die Inflationsrate im Mai bei 0,0 Prozent.
ddp