Nach den drastischen Preisanstiegen im Sommer hat sich im November die Teuerung bereits zum vierten Mal in Folge abgeschwächt. Vor allem die sinkenden Kraftstoffpreise führten zu einem Rückgang der Verbraucherpreise.
Inflation im November sinkt weiter
Um 1,4 Prozent zum Vormonat sind die Preise nach Angaben des Statistischen Bundesamt s gefallen. Der Preisauftrieb in Deutschland fiel im November erstmals seit Juni 2007 wieder unter die Zwei-Prozent-Marke. Mit dem Wert von 1,4 Prozent liegt die Inflationsrate deutlich unter der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB), die mittelfristig eine Inflation von knapp unter zwei Prozent anpeilt. Im Oktober hatte die Inflationsrate in Deutschland noch bei 2,4 Prozent gelegen. Im Euroraum ist Deutschland neben Portugal derzeit das Land mit der geringsten Jahresteuerung.
Die Statistikbehörde begründete den geringeren Anstieg der Verbraucherpreise mit Preisrückgängen bei den Mineralölprodukten und mit der starken Teuerung von Energie und Nahrung im November 2007. Im November dieses Jahres erhöhten sich die Energiepreise auf Jahressicht um 1,4 Prozent. Gas verzeichnete einen Anstieg von 22,4 Prozent. Superbenzin hingegen ging um 14,6 Prozent zurück.
US-Notenbank senkt Leitzins drastisch
Die europäischen Aktienmärkte erhielten unterdessen von den guten US-Vorgaben nach der drastischen Zinssenkung der Fed auf einen Leitzinssatz von 0,00 bis 0,25 Prozent keine Impulse. Die Angst vor einer Deflation hat laut Experten diese Entscheidung bestimmt. Sie wolle mit ihrer Politik die Preisstabilität sichern, hieß es in der Erklärung der Notenbank zu ihrer Zinsentscheidung am Dienstagabend. Händlern zufolge ist diese neue Strategie eine Panikreaktion auf eine in eine deflationäre Krise driftende Volkswirtschaft.
Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wird der Anstieg des privaten Wohlstands durch die prognostizierte Teuerung von rund 1,1 Prozent in 2009 in Deutschland ausgeglichen. Damit stagniere die Entwicklung der realen Kaufkraft. Zudem bestünden zwischen den Regionen Deutschlands große Unterschiede im durchschnittlichen Kaufkraftniveau. Vieles hänge jedoch von der weiteren Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie dem Verlauf der Finanzkrise ab.
Wie zuvor bereits andere Wirtschaftsforschungsinstitute setzt das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) wenig Hoffnung auf eine Verbesserung im kommenden Jahr. Der private Konsum werde aufgrund der allgemeinen Verunsicherung zurückgehen. Bei den privaten Konsumausgaben rechnen die Experten mit einem Rückgang um 0,5 Prozent. Den Verbraucherpreisanstieg sehen sie nach eigenen Angaben bei 1,2 Prozent.
Nadine Schimroszik/ddp