Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) stellt den Schuldenabbau über Steuerentlastungen. "Steuersenkungen ohne Bezug zu einem steuerpolitischen Gesamtkonzept helfen der deutschen Volkswirtschaft in dieser Situation nicht weiter", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Mittwoch.
Industrieverband fordert Schuldenabbau statt Steuersenkungen
Berlin (dapd). Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) stellt den Schuldenabbau über Steuerentlastungen. "Steuersenkungen ohne Bezug zu einem steuerpolitischen Gesamtkonzept helfen der deutschen Volkswirtschaft in dieser Situation nicht weiter", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Mittwoch. Trotz hoher Wachstumsraten steige die Staatsverschuldung derzeit an, lediglich der Zuwachs nehme ab. Zugleich hob der Verband seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf über drei Prozent an.
Durch die positive Arbeitsmarkt- und Einkommensentwicklung habe der private Verbrauch deutlich zugelegt, heißt es im Konjunktur-Report des BDI. Zwei Drittel des Wachstums im laufenden Jahr dürften aus der Binnennachfrage resultieren, ein Drittel aus dem Exportgeschäft.
Angst vor Schuldenkrise
Den exzellenten Konjunkturaussichten stehe jedoch eine deutlich wachsende Gefahr externer Schocks gegenüber. "Angesichts explodierender Staatsschulden, instabiler Finanzmärkte und steigender Inflationserwartungen muss die Politik jetzt alles unterlassen, was die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen gefährdet", forderte Kerber.
"Die deutsche Industrie hat die Krise hinter sich gelassen und die deutsche Volkswirtschaft wieder in Schwung gebracht. Nun darf die Politik der Industrie keine neuen Steine in den Weg legen", sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer. Im Zuge der hastigen Energiewende befürchte die Industrie neue Belastungen durch steigende Strompreise und eine unsichere Energieversorgung.
dapd
