Konjunktur -

DIHK In Deutschland fehlen 400.000 Fachkräfte

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig Georg Braun, hat die Bundesregierung aufgefordert, mit Blick auf den enormen Fachkräftemangel in Deutschland die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für Arbeitnehmer aus den 2004 beigetretenen osteuropäischen EU-Beitrittsländern zu gewähren.

"Hier hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht, denn auch Azubis oder Facharbeiter werden dringend in Deutschland gebraucht", sagte Braun der "Passauer Neuen Presse". "Wer seinen Arbeitsmarkt frühzeitig geöffnet hat, wie zum Beispiel Großbritannien, hat davon profitiert".

Laut Braun fehlen rund 400.000 Fachkräfte in Deutschland in technischen Berufen. Und die Situation werde sich durch die demografische Entwicklung noch verschlimmern, prognostizierte Braun: "Wir können das erahnen, wenn wir uns den Ausbildungsmarkt ansehen: Dort bleiben 2008 erstmals seit langem viele Lehrstellen unbesetzt und das sind die fehlenden Fachkräfte von morgen."

Mehr Zuwanderung alleine könne das Problem des Fachkräftemangels aber nicht lösen, sagte der DIHK-Chef und forderte: "Wir brauchen hier ein Gesamtpaket, zu dem auf jeden Fall größere Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung gehören. Zudem müssen wir unsere Potenziale besser nutzen und zum Beispiel die Beschäftigung von Älteren und Eltern weiter erhöhen." Zudem sei es notwendig, Arbeitslose in Deutschland weiterzubilden.

ddp

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