IAA Nutzfahrzeuge: Für jeden Einsatz der richtige Transporter

Immer ausgereiftere Auf- und Ausbaulösungen
Wann Elektrotransporter die herkömmlichen Lastesel mit konventionellen Diesel- oder Ottomotoren tatsächlich ablösen, steht noch in den Sternen. Tröstlich für die IAA-Besucher aus dem Handwerk: Für ihre sehr unterschiedlichen Einsätze und Transportaufgaben gibt es immer ausgefeiltere Auf- und Ausbaulösungen.
Die 3,5-Tonner Renault Master und der baugleiche Opel Movano sind längst vorgestellt, nur Nissan präsentiert seinen ebenfalls auf dem Renault Master basierenden NV 400 zur IAA - als Nachfolger für den Interstar. Der Drei-Marken-Baureihe ist gemein, dass ab 3,5 t Gesamtgewicht alternativ auch Hecktriebler zur Verfügung stehen, die Gesamtgewichte reichen bis 4,5 t. Damit sind auch im „schweren“ Transportersegment veritable Nutzlasten, vor allem bei Pritschen- und Kippermodellen möglich. Zudem ermöglichen die Modelle mit Heckantrieb enorme Anhängelasten bis zu 3 t und damit eine wichtige Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten im Handwerk. Neu bei Master, Movano und NV 400 sind zudem Fahrgestelle mit Einzel- und Doppelkabine und sogar ein Tiefbett-Fahrgestell für Spezial- und Volumenaufbauten.
Den erst kürzlich vorgestellten Lieferwagen NV 200 - er ersetzt den Kangoo-Ableger Kubistar im Nissan-Nutzfahrzeug-Angebot - erweitert Nissan zur hochwertig ausgestatteten Pkw-Version „Evalia“.
Zumindest bei den 3,0- und 3,5-Tonnern verfolgen auch PSA (Peugeot-Citroën) und Fiat eine Drei-Marken-Strategie: Bei Ducato/Boxer/Jumper und den leichteren, der T5-Klasse zugehörigen Scudo/Expert/Jumpy, hat sich außer einer sintflutartig anschwellenden Zahl von Branchenmodellen technisch wenig getan. Lautstark preisen die Hersteller die Anpassung ihrer Euro-4-Motoren an Euro 5 an, obwohl dies eine gesetzgeberische Notwendigkeit und damit selbstverständlich ist.
Interessanter sind da schon die punktgenau ausgerüsteten Branchenmodelle. Beispielhaft seien hier die Cool- und Service-Editionen von Peugeot genannt, die professionell gemachte Werkstatt- und Kühlausbauten für jede der vier Baureihen bieten. Doppelkabiner, Volumenkoffer, Kipper mit Einzel- oder Doppelkabine ergänzen die standardmäßigen Kombi und Kastenwagen bei nahezu allen Herstellern. Immer interessant sind auch Doppelkabiner-Kastenwagen mit bis zu sechs Sitzplätzen und reichlich Laderaum hinter der zweiten Sitzreihe.
Zwei weitere Besuchermagnete werden die Stände von Volkswagen und Mercedes-Benz sein, die unter anderem die neuen Generationen des Caddy (vorgestellt in der vorigen Ausgabe dieser Zeitung) und des Vito (wird in der nächsten Ausgabe ausführlich vorgestellt) zeigen. Wichtigste Neuerungen beim VW Caddy sind neben leichten Retuschen an der Frontpartie, die den Stadtlieferwagen stilistisch an den Pick-up Amarok und den T5 angleichen sollen, das serienmäßige ESP und die neuen Common-Rail-Motoren, die nun auch bei VW Nutzfahrzeuge endgültig die Pumpe-Düse-Motoren ersetzen.
Ebenfalls komplett neue Motoren und Getriebe treiben künftig den Mercedes Vito an und sollen dabei den Verbrauch und die Schadstoffemissionen um bis zu 15 Prozent senken. Die für den Kastenwagen optionale Blue-Efficiency-Technologie soll die Verbrauchswerte noch stärker senken, unter anderem dank Start-Stopp-Funktion.rod