Für atemberaubende Fotomotive muss man Ideen haben: Auf Europas höchstem Berg dem Mont Blanc ist jüngst in 4.180 Metern Höhe eine Handwerksfahne gehisst worden

Imagekampagne erreicht neue Höhen
Dass das deutsche Handwerk mit seiner Imagekampagne hoch hinaus will, ist bekannt. Dass es die Kampagne zum ersten bundesweiten „Tag des Handwerks“ im vergangenen Monat aber gleich bis auf 4.810 Meter über dem Meeresspiegel schaffte, ist nun doch erstaunlich.
Das Kunststück fertiggebracht hat der Chemnitzer Extrembergsteiger Jörg Stingl: Er hisste im Auftrag der Handwerkskammer Chemnitz auf dem Gipfel von Europas höchstem Berg, dem Mont Blanc zwischen Italien und Frankreich, ein rotes Banner der Imagekampagne just am „Tag des Handwerks“.
Handwerk im Rucksack
Die Handwerkskammer Chemnitz hatte die Fahne eigens für die Expedition anfertigen lassen und Jörg Stingl mit auf den eine Woche dauernden Weg gegeben. „Damit hat die Imagekampagne den bisher wohl höchsten Gipfel erklommen“, freut sich Dietmar Mothes, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz.
Die Imagekampagne, entwickelt von den Handwerksorganisationen, läuft seit Anfang des Jahres 2010 und will die Bedeutung des Handwerks in der Öffentlichkeit herausstellen. Am 3. September 2011 gab es in dem Rahmen zum ersten Mal einen „Tag des Handwerks“ in ganz Deutschland.
Die „Seven Summits“ erobert
Jörg Stingl ist unter Extrembergsteigern so etwas wie eine Berühmtheit. Der gebürtige Karl-Marx-Städter ist der erste und bislang einzige Deutsche, der die „Seven Summits“ die jeweils höchsten Berge der sieben Kontinente ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen hat. In mehreren Büchern (unter anderem „Ganz oben“) berichtet der Alpinist und Fotograf über seine Erlebnisse auf den höchsten Gipfeln der Welt. Stingl kommt übrigens selbst aus einer Handwerkerfamilie, der Vater war Tischlermeister.
Auf der diesjährigen Meisterfeier inChemnitz berichtete der 50-Jährige vor Jungmeistern und deren Gästen von dem Glücksgefühl, das einen nach enormen Anstrengungen ganz oben befällt. Er verglich es mit der Ausbildung der jungen Meisterinnen und Meister. Am Ende stehe das Glücksgefühl, es geschafft zu haben. Stingls Maxime lautet:„Ich kann alles verwirklichen, was ich mit vorstellen kann!“dhz