Die meisten Deutschen haben sich im Urlaub gut erholt. Das ist wichtig, denn psychische Leiden sind immer häufiger Krankheitsursache. Unterschiede gibt es aber vor allem zwischen den Altersgruppen.
Wer Urlaub hat, erholt sich – zumindest trifft das laut einem Gesundheitsbericht der DAK auf die meisten Deutschen zu. Demnach haben sich 85 Prozent der Urlauber in den Sommerferien gut oder sehr gut erholt.
Die älteren können tendenziell besser abschalten als die jüngeren. Vor allem Urlauber über 60 Jahre konnten nach Angaben der DAK die Ferien genießen – nur sieben Prozent sagten, sie hätten sich nicht gut erholt. Dagegen gab jeder fünfte Arbeitnehmer zwischen 30 bis 44 Jahren an, sich nur weniger gut oder gar nicht erholt zu haben. Die meisten von ihnen (38 Prozent) konnten auch im Urlaub die Arbeit nicht ausblenden – neun Prozent musste für den Arbeitgeber erreichbar sein.
Sonne und Natur mit großem Entspannungs-Faktor
Grund für den Unterschied zwischen Alt und Jung: Die berufliche Herausforderung sei bei den 30- bis 44-Jährigen oft besonders groß – die Entspannung falle daher auch im Urlaub schwer.
So erholen sich die Deutschen am besten
1. Sonne und Natur (77 Prozent)
2. Zeit mit der Familie (65 Prozent)
3. Zeit für sich selbst (60 Prozent)
4. Ortswechsel (63 Prozent)
5. Wegfall der Arbeitsbelastung (59 Prozent)
6. Bewegung und Sport (45 Prozent)
7. Verzicht auf Handy und Internet (30 Prozent)
Doch ausreichende Entspannungszeiten sind wichtig, denn nach wie vor sind psychische Belastungen einer der häufigsten Gründe, warum Arbeitnehmer ausfallen. So ist beispielsweise in Bayern laut DAK Gesundheitsreport die Zahl der Fehltage wegen psychischer Probleme zwischen 2000 und 2014 um 86 Prozent gestiegen. In der bayerischen Landeshauptstadt ist das sogar der häufigste Grund, aus dem sich Beschäftigte krankmelden.
Erkältungskrankheiten häufiger Grund für Fehlzeiten
Bundesweit rangierten psychische Erkrankungen im ersten Halbjahr 2015 mit 15 Prozent auf Rang drei (Vorjahr: 16 Prozent). Hier gab es jedoch einen Anstieg bei den Ausfalltagen: Ihre Zahl kletterte bezogen auf 100 Versicherte von 109,8 Tagen im ersten Halbjahr 2014 auf 111,9 Tage im Vergleichszeitraum 2015. Darüber hinaus haben Seelenleiden eine sehr lange Erkrankungsdauer – durchschnittlich 36,5 Tage.
Insgesamt meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2015 wieder häufiger krank als in den Vorjahren. Nach der Auswertung der DAK-Gesundheit kletterte der Krankenstand auf 4,1 Prozent. Er hat sich damit im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 0,3 Prozentpunkte erhöht. Etwas mehr als jeder dritte Berufstätige (38,3 Prozent) wurde im ersten Halbjahr 2015 mindestens einmal krankgeschrieben. Insbesondere Erkältungskrankheiten machten den Betroffenen zu schaffen: Die Anzahl der Fehltage aufgrund von Schnupfen und Husten stieg um 53 Prozent besonders stark an. dhz
Die zehn häufigsten Ursachen für Krankmeldungen
1. Muskel-Skelett-System (20,6 Prozent)
2. Atmungssystem (20,4 Prozent)
3. Psychische Erkrankungen (15 Prozent)
4. Verletzungen und Vergiftungen (10,9 Prozent)
5. Verdauungssystem (5,1 Prozent)
6. Infektionen (5,0 Prozent)
7. Neubildungen (4,3 Prozent)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,2 Prozent)
9. Kreislaufsystem (4,1 Prozent)
10. Unspezifische Symptome (3,6 Prozent)
