Der Weg der Sonne spielt im Stubaital eine ganz besondere Rolle. Auf der Elferspitze bei Neustift gibt es zwei neue Attraktionen: Die größte begehbare Sonnenuhr im Alpenraum und die Themen-Wanderwege "Geh-Zeiten-Wege".
Eva Schneider

Mit der Gondelbahn schwebt man hinauf zur Bergstation des Elfers und schon beim Ausstieg ist sie sichtbar, die riesige, hölzerne und begehbare Sonnenuhr. Hier lautet das Motto, einmal kurz innehalten und die Zeit hautnah erleben.
Das Bergmassiv des Elfers bei Neustift im Stubaital war für die Bevölkerung schon immer ein riesiger Zeitzeiger, der den Rhythmus des Lebens und der Natur vorgab. Und der Name kommt nicht von ungefähr. Seit jeher läuten der Elfer und sein Nachbar, der Zwölfer, die Mittagszeit ein. Denn genau um elf Uhr steht die Sonne über seinem Gipfel und eine Stunde später erreicht sie dann den Zwölfer.
Wie ein riesiger Globus
Im Herbst 2012 wurde hier die größte begehbare Sonnenuhr im Alpenraum fertiggestellt. Sie hat einen Innendurchmesser von acht Metern und besteht aus Lärchenholz. Um die Uhr verläuft ein Steg, der den Blick über das Stubaital bis nach Innsbruck freigibt.

Bei der Sonnenuhr auf dem Elfer handelt es sich um eine äquatoriale Ringsonnenuhr, das heißt, sie schaut wie ein riesiger Globus aus, auf dessen Äquatorring die Zeit abgelesen wird. Ein um 47 Grad geneigter Schattenstab zeigt auf einem Metallband die wahre Sonnenzeit an. Diese weicht im Laufe eines Jahres, durch die elliptische Umlaufbahn um die Sonne, bis zu 15 Minuten von der Ortszeit ab. Außerdem darf man nicht vergessen, im Sommer eine Stunde für die Sommerzeit dazuzurechnen.
Vier neue Wanderwege
Auf dem Elfer lässt es sich aber auch wunderbar wandern. Im Juli werden hier die "Geh-Zeiten-Wege" eröffnet. Diese vier Rundwanderwege sollen sich auf den Rhythmus von Sonne und Natur beziehen.
Der Weg "Sonnenzeit" ist der kürzeste. Er führt von der Sonnenuhr hinauf zur Elferhütte und hat den Rhythmus der Zeit zum Thema.
Der Weg "Blütenzeit" zeigt den Rhythmus der Natur, der Vegetation und der Landwirtschaft. Es wird erklärt, welche Blumen, Sträucher und Bäume hier vorkommen, welche Flurnamen die Bevölkerung für die Landschaft verwendet und wie sich die Berglandwirtschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat.
Pflanzen, Steine und Tiere
Der dritte Rundweg heißt "Steinzeit". Er ist der längste Weg mit der längsten Zeitbetrachtung. Er erklärt durch kleine Stationen am Wegesrand die verschiedenen geologischen Zonen des Elfers.
Der Weg "Zeit der Tiere" führt an der Nordseite des Elfers von der Bergstation der Bahn bis zur Autenalm. Welches Tier hält Winterschlaf? Oder, wie ist das mit der Futtersuche? Diese Fragen werden speziell für Familien mit Kindern spannend und spielerisch erklärt.