Porträt Im Mittelpunkt steht der Mensch

Uwe Walter aus Dortmund ist Inhaber eines Handwerksbetriebs, der mit der Marke "Generationenfreundlicher Betrieb Service + Komfort" ausgezeichnet worden ist. Die Auszeichnung haben sich er und sein Unternehmen mehr als verdient. Mit seinem Malerbetrieb betreibt er viel mehr als nur simples Anstreichen. Im Fokus seiner alltäglichen Arbeit steht der Mensch.

Christoph Ledder

Handwerksbetriebe müssen lernen, den Menschen zu verstehen und über den Tellerrand hinauszuschauen. - © Foto: Uwe Walter

Im Handwerksbetrieb von Uwe Walter herrscht Trubel. Leute kommen und gehen und es herrscht reges Stimmengewirr. Trotzdem hat Walter Zeit für ein kurzes Gespräch. Erst kürzlich ist er mit dem Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb" vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ausgezeichnet worden.

Überrascht ist er darüber nicht. Seit über zwanzig Jahren versucht der Maler- und Lackierermeister in seiner Kundschaft nicht nur die Auftraggeber zu sehen, sondern den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen. Und auch das Malerhandwerk geht bei ihm weit über das bloße Anstreichen hinaus. Er ist für alternative und vor allem innovative Lösungen bei der Wohnraumgestaltung.

Um Menschen kümmern

Der darüber hinaus studierte Chemiker und Experte für Licht- und Farbdynamik setzt auf die Kombination von Handwerk und Sozialdienstleistern. "Handwerksbetriebe müssen lernen, sich um Menschen zu kümmern" sagt Walter. Seinen Betrieb sieht er deshalb auch nicht als reinen Malerbetrieb, sondern als Dienstleistungsunternehmen, der das gesamte Leistungsspektrum des Malerhandwerks anbietet und es durch hochwertige Dienstleistungen im Kreativ- und Gesundheitsbereich ergänzt.

"Wir möchten von unseren Kunden als Berater, Partner und Problemlöser für alle Arbeiten rund um die Immobilie wahrgenommen werden und die Begeisterung unserer Kunden spüren. Das ist die Vision, die uns täglich aufs Neue motiviert und antreibt", betont Walter.

Seite 2: Lösungsansätze durch verschiedene Farb- und Lichtkonzepte>>>

Anderen Handwerksbetrieben, die auch mit der Marke "Generationenfreundlicher Betrieb" ausgezeichnet werden möchten, gibt er den Rat: "Die Betriebe müssen in Netzwerken arbeiten und sich mit den verschiedenen Sozialdienstleistern auseinandersetzen. Vor allem müssen sich Unternehmen in die Strukturen älterer Menschen reindenken und neben ihrem Alltagsgeschäft über den Tellerrand schauen und die Menschen verstehen."  

Lösungen durch verschiedene Konzepte

Neben standardisierten Serviceleistungen weckt Uwe Walter bei seinen Kunden einen ganz bestimmten Bedarf. Neben dem Malerhandwerk bietet sein Unternehmen zwei weitere Konzepte an. Unter der Marke "Uwe Walter Raumkreation" werden Gestaltungslösungen für Innen- und Außenbereiche konzipiert. Und auch sein "Vitalkonzept" zielt auf die Gesundheit seiner Kundschaft ab. Im Rahmen dieses Konzeptes verwenden er und seine Mitarbeiter ausschließlich natürliche Materialien. Dieses Konzept bietet ökologische Ansätze zu Farbe, Licht und Gesundheit.

Farben und Licht beeinflussen psychologisch. Unterschiedliche Licht- und Farbkonzepte haben sich in der Praxis bewährt. - © Foto: Uwe Walter
Uwe Walter 2

Farben beeinflussen psychologisch

Zusammen mit seinem Unternehmen, das aus einer gemischten Belegschaft besteht, hat Uwe Walter Licht- und Farbkonzepte entwickelt, mit denen er Wohnräume neu gestaltet. Ein Beispiel hierfür ist das Demenzzimmer einer Dortmunder Klinik. Mit dem Wissen, dass es intelligente  und nicht intelligente Farben gibt, hat er für das Zimmer grün und orange gewählt, die man auch als regenerative Farben bezeichnet.

Seite 3: Komfort bevorzugen nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere>>>

"Durch Farben erinnern sich besonders Demenzkranke an ihre frühen Jahre. Erinnerungen hängen stark mit der Farbpsychologie zusammen. Aggressive Farben wie rot oder weiß sind da nur kontraproduktiv", sagt Walter.

Neben dem Farbkonzept wurde auch das Licht im Demenzzimmer neu ausgerichtet. "Wichtig ist es uns, viel Licht reinzubringen. Gerade ältere Menschen brauchen eine Lichtmenge von 2000-3000 Lux, um im Geschehen zu bleiben", betont der Maler- und Lackierermeister.

Komfort schaffen

Das Licht- und Farbkonzept geht auf. Es hat sich gezeigt, dass es den Demenzkranken dort besser geht, als in anderen Zimmern. Auch die Kooperation mit einem Möbelhersteller zeigt, dass man neben der farblichen Umgestaltung gleichzeitig einen Komfort schaffen kann. Zur Kundschaft von Uwe Walter zählen nicht nur Ältere, sondern auch Jüngere.

Trotz unterschiedlicher Bedürfnisse wollen beide Zielgruppen nicht auf Komfort verzichten. "Diese Möglichkeit anzubieten gehört auch zu einem generationenfreundlichen Betrieb. Man muss sich gewissermaßen in alle Altersklassen hineinversetzen", sagt Walter abschließend.