Mode hat Sofie Kellner schon immer fasziniert. Darum hat sich die überzeugte Praktikerin ganz bewusst für einen Ausbildungsberuf beim Modeunternehmen Strenesse entschieden – und zählt jetzt zu den Favoritinnen auf einen Weltmeistertitel beim internationalen Wettbewerb der Berufe. Dabei ist die Ausbildung für die 20-Jährige erst der Anfang ihres beruflichen Bildungswegs.

Frau Kellner, Sie treten in Leipzig bei der Weltmeisterschaft der Berufe in
wenigen Tagen gegen Ihre internationale Konkurrenz an. Wie geht es Ihnen?
Ich bin ziemlich aufgeregt. (lacht) Alles dreht sich im Moment nur noch um den
Wettbewerb.
Sie treten für die Kategorie "Lady Dressmaking" an. Woher nehmen Sie Ihre
Inspiration?
Ich habe in der Lehrlingsabteilung von Strenesse die Möglichkeit, qualitativ
hochwertigste Verarbeitungsprozesse kennenzulernen und diese möchte ich auch
beim WorldSkills-Wettbewerb anwenden. Meine Inspiration für die Arbeit kann ich
gar nicht so klar definieren. Ich sammele meine Eindrücke eigentlich überall.
Wie lautet das diesjährige Motto der Aufgaben für die Modetechnologen und
wie bereiten Sie sich vor?
Das Motto ist 'Military Chic'. Im Vordergrund stehen Jacken und Hosen. Den
Entwurf und Schnitt für die Jacke werde ich während des Wettbewerbs erstellen
und dann das Produkt fertigen. Die Hose produziere ich dann auch.
Ihr Beruf – was fasziniert Sie daran?
Noch mehr als Trends oder Design hat mich an Mode schon immer die
Stofflichkeit interessiert. Wie verhält sich Wolle, wenn man sie kocht? Wie lassen
sich Seide oder Baumwolle so bearbeiten, dass der Stoff eine neue Haptik, einen
neuen Look bekommt? Daneben gehört natürlich auch das Schnittmachen zu
meinem Job. Für mich immer noch einer der spannendsten Arbeitsgänge bei der
Bekleidungsproduktion und der entscheidende Grund, warum ich schon sehr früh
entschieden habe, dass ich Schneiderin werden möchte.
Sie haben sich ganz bewusst für eine Berufsausbildung entschieden. Was
macht für Sie der Reiz des Praktischen aus?
Wie bereits erwähnt, ist die Umsetzung für mich der spannendste Teil. Natürlich
habe ich auch eigene Ideen und Vorstellungen, aber diese kann ich erst
realisieren, wenn ich weiß, wie und was davon überhaupt umsetzbar ist.
Was ist der Vorteil der beruflichen Bildung?
Ob ein Studium oder eine Ausbildung mehr Vorteile hat, möchte ich nicht
beurteilen. Aber in der Ausbildung ist man näher am tatsächlichen Geschehen als
in einem schulischen beziehungsweise akademischen, doch immer ein bisschen theoretischen
Rahmen.
Eine Ausbildung ist ja meist erst der Anfang der beruflichen Entwicklung –
was haben Sie als nächstes vor? Eine Aufstiegsfortbildung zur Meisterin?
Im Handwerk lernt man nie aus. Vorerst möchte ich bei Strenesse bleiben, um
weiter Erfahrungen zu sammeln. Aber ein Studium oder einen Meister habe ich
schon ins Auge gefasst.
Interview: Infobüro Berufliche Weiterbildung