Mit der Krankenkasse IKK Classic stellt ein handwerksnaher Versicherer seine Aktivitäten auf X (ehemals Twitter) zum Monatsende ein. Bereits seit Montag wird nicht mehr gepostet. Grund seien die zum Teil menschenverachtenden Inhalte.
Seit längerem schon nähmen Falschmeldungen und Hassrede beim Kurznachrichtendienst zu. Eine Präsenz sei deshalb mit den Werten und Inhalten der IKK Classic nicht mehr vereinbar.
Als Krankenkasse setze sich die IKK Classic gegen Diskriminierung ein. Im Jahr 2021 hatte sie mit der Studie "Vorurteile machen krank" erstmals repräsentativ belegt, welche gesundheitlichen Auswirkungen Ausgrenzung und Diskriminierung auf Betroffene haben.
Respektvoller Umgang nicht sichergestellt
"Soziale Medien sind für uns ein wichtiger Ort der schnellen Information, der Aufklärung und eines konstruktiven Austausches. Voraussetzung dafür ist jedoch ein respektvoller, wertschätzender Umgang ohne Vorurteile und Hetze", so Juliane Mentz, Pressesprecherin der IKK Classic. "Leider erkennen wir nicht, dass X ausreichende Maßnahmen ergreift, um dies sicherzustellen."
Auf anderen Social-Media-Kanälen will die IKK Classic jedoch aktiv bleiben. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf LinkedIn. Dort könne man eine informative und respektvolle Online-Community schaffen.
Die IKK Classic ist mit mehr als drei Millionen Versicherten führend im Handwerk und eine der großen Krankenkassen in Deutschland. Die Kasse hat rund 8.000 Beschäftigte an 160 Standorten im Bundesgebiet. Ihr Haushaltsvolumen beträgt über zwölf Milliarden Euro. fm
