Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, zeigt sich skeptisch gegenüber einer möglichen Ausdehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Es sei zwar notwendig, eine in Deutschland längst überfällige Debatte über Auslandseinsätze zu führen, die nicht im unmittelbaren Interesse Deutschlands liegen, sagte Kirsch am Freitag im ARD-"Morgenmagazin".
"Ich vermisse den Ansatz der vernetzten Sicherheit"
Köln (dapd). Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, zeigt sich skeptisch gegenüber einer möglichen Ausdehnung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Es sei zwar notwendig, eine in Deutschland längst überfällige Debatte über Auslandseinsätze zu führen, die nicht im unmittelbaren Interesse Deutschlands liegen, sagte Kirsch am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Es sei jedoch überrascht, dass Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in einem Zeitungsinterview konkrete Länder genannt habe, in der ein Bundeswehreinsatz denkbar sei.
Die Erfahrungen in Afghanistan hätten gezeigt, dass das "Ergebnis nicht so ganz gut" sei, fügte Kirsch hinzu. Es werde deutlich, dass mit Soldaten nur Zeit gekauft werden könne. "Ich vermisse den Ansatz der vernetzten Sicherheit, über den wir ja nun schon ewig und drei Tage reden", kritisierte Kirsch.
Sollte das Parlament solchen Einsätzen zustimmen, müsse die Frage gestellt werden nach dem Umgang mit den Menschen, die in diese Einsätze geschickt würden. "Hoffentlich ist das nicht der Beginn eines Einsatzes, der etwas lockerer stattfindet seitdem wir die allgemeine Wehrpflicht nicht mehr haben", sagte Kirsch weiter.
De Maizière hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe) gesagt, er gehe davon aus, dass auf Deutschland Wünsche nach Militäreinsätzen in instabilen Staaten wie Pakistan, Jemen, Somalia oder Sudan zukommen. Der Minister wollte am heutigen Freitag eine Regierungserklärung zur Bundeswehrreform abgeben.
dapd
