Finanzkrise Hypo Real Estate macht mehr Verlust als erwartet

Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) wird wegen der anhaltenden Finanzkrise im dritten Quartal voraussichtlich einen Milliardenverlust vor Steuern verbuchen.

Hypo Real Estate macht mehr Verlust als erwartet

Wie die Bank weiter mitteilte, stellen ein Finanzkonsortium, die Bundesbank und der Bund zudem noch in dieser Woche erste Mittel aus der angekündigten Liquiditätshilfe über 50 Milliarden Euro bereit. Die Vorlage des Zwischenberichts zum dritten Quartal wurde auf den 17. November verschoben.

Vorläufigen Unternehmensangaben zufolge wird der Vorsteuerverlust im dritten Quartal 3,1 Milliarden Euro betragen. Diese Zahl sei jedoch noch nicht mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Die Drittquartalszahlen würden darüber hinaus von weiteren 600 Millionen Euro belastet, kündigte die HRE an. Hintergrund seien unter anderem Ausfälle durch den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers und die Situation in Island.

Wegen der Kosten der vereinbarten Liquiditätshilfe sowie der Mehrkosten für eine Überbrückungsfinanzierung der Bundesbank bis 13. Dezember erwartet die HRE für das vierte Quartal weitere Ergebnisbelastungen. Zudem müssten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung und Neuausrichtung der Gruppe verbucht werden. Auch 2009 werde die Bilanz durch die Kosten der Fazilität und des Konzernumbaus belastet, kündigte die HRE an.

Die Bank bemüht sich gegenwärtig über die Liquiditätshilfe hinaus um weitere Mittel des "Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung" (SoFFin). Damit solle sowohl zusätzlicher Liquiditäts- als auch ein "erheblicher" Kapitalbedarf gedeckt werden. Die Unterstützung sei Grundlage für die Restrukturierung und Neuausrichtung, teilte die HRE mit. Die entsprechenden Anträge würden derzeit vorbereitet.

ddp