Hutmacher Andreas Nuslan Hüte für Hollywood

Hutmacher Andreas Nuslan liefert in die ganze Welt und ist inzwischen selbst so prominent wie seine Kunden, denn seine Hüte trägt die ganze Welt. Ob Johnny Depp im Film "Alice im Wunderland", die Damen beim berühmten Pferderennen in Ascot oder auf der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton: Überall sind die Kreationen des Regensburger Hutmachers gefragt.

Daniela Lorenz

Andreas Nuslan. - © Foto: Hutkönig

1875 wurde die Hutmanufaktur "Hutkönig" in Regensburg gegründet. Bereits der Großvater von Andreas Nuslan war Hofhutmacher bei den Fürsten von Thurn und Taxis. Sein Vater hat den Bundestag mit Willy Brandt, Franz Josef Strauß und Herbert Wehner behütet. Der Sohn fertigte für Benedikt XVI. "Den Papsthut, den Benedikt XVI. in Castel Gandolfo trägt, hat er von uns zum 80. Geburtstag bekommen. Mein Bruder hat ihn auf dem Petersplatz überreicht, das war für uns eine sehr große Ehre. Wir dürfen uns also Papstlieferant nennen", erzählt Andreas Nuslan.

Der einzige mit zwei Meistertiteln

Große Namen sind aber nicht alles, denn "bei uns ist jeder, der zur Tür hereinkommt, ein Promi." Allen voran der Hutmacher selbst, der es mit zwei Meistertiteln zu Prominenz gebracht hat. Andreas Nuslan lernte das Hutmacherhandwerk in Österreich und Damenhutmacher in Augsburg. "Weltweit bin ich der Einzige, der beide Meistertitel trägt", sagt der 47-Jährige stolz.

Den Startschuss gab der "Playboy", der 1995 in einer Reportage über den "Hutkönig" berichtete. Der Artikel schlug ein wie eine Bombe und hauchte dem wirtschaftlich zu dieser Zeit angeschlagenen Handwerk neues Leben ein. "Danach hat es uns erschlagen. Wir wurden dadurch nicht nur regional, sondern auch überregional bekannt." Bald wurden die deutschen Fernsehsender auf den Hutmacher aus Regensburg aufmerksam, dann auch das internationale Fernsehen. "Heute haben wir alle vierzehn Tage ein Kamerateam im Haus." Und die reisen etwa aus Amerika, Japan, China oder Südkorea an.

"Wir kriegen alle unter den Hut"

Andreas Nuslan liefert in die ganze Welt. 70 von 100 Hüten gehen ins englischsprachige Ausland. Auf 15.000 Holzmodelle können der Hutmacher und seine 26 Mitarbeiter zurückgreifen. Es sei ein Glück, dass in über 130 Jahren keine Formen verloren gingen, auch im Zweiten Weltkrieg nicht. "Wir können alles produzieren, was gewünscht wird."

30 Prozent sind Auftragsarbeiten, 70 Prozent der Hüte kommen von der Stange. Etwa ein Fünftel des Umsatzes wird inzwischen mit Haargestecken, so genannten Fascinators, gemacht. Bis zu 30.000 Hüte sind beim Hutkönig immer auf Lager: "Wir kriegen alle unter den Hut", verspricht Andreas Nuslan lächelnd.

Mehr Informationen unter hutkoenig.de .