Bayerns Vize-Regierungschef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Das bayerische Handwerk trauert um einen "energischen Kämpfer" für kleine und mittlere Betriebe. Der Politiker wurde leblos in einem Berliner Hotelzimmer entdeckt.

Das bayerische Handwerk trauert um Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). "Sein Tod erfüllt uns mit tiefem Schmerz", erklären der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Franz Xaver Peteranderl, und BHT-Hauptgeschäftsführer Frank Hüpers. "Wir verlieren mit ihm einen energischen Kämpfer für die Interessen der kleinen und mittelständischen Unternehmen, einen echten Freund des Handwerks." Ihre Gedanken seien in diesen schweren Stunden bei seiner Familie, so die BHT-Spitze. Der 55-Jährige wurde am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden.
Rede in Berlin abgesagt
Aiwanger sollte am Mittwoch in Berlin eine Rede halten. Die Freien Wähler eröffneten dort ein Hauptstadtbüro. Aiwanger war Bundes- und Landesvorsitzender der Partei. Wegen gesundheitlicher Probleme musste er den Auftritt jedoch absagen. Danach war er nicht mehr erreichbar. Am frühen Abend fand ihn jemand leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße.
Ermittlungsverfahren eingeleitet
Die Polizei ermittelt. Eine Obduktion, also eine Untersuchung der Leiche zur Klärung der Todesursache, wird voraussichtlich folgen. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nach dem Fund waren Ermittler mit Mitarbeitern der Spurensicherung im Hotel unterwegs. Die Gerichtsmedizin wurde gerufen.
Die Mordkommission ermittelt wegen der Bedeutung des Falls und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen. Das Todesermittlungsverfahren leiteten die Behörden noch am Mittwoch ein. Zur Todesursache machten die Berliner Behörden zunächst keine Angaben.
Bestürzung über Parteigrenzen hinweg
Der plötzliche Tod des Politikers löste über alle Parteigrenzen hinweg Bestürzung und Fassungslosigkeit aus, auch über Bayern hinaus. Die bayerische Wirtschaft und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) würdigen Aiwanger als energischen Streiter für die Interessen der Unternehmen. "Hubert Aiwanger war ein leidenschaftlicher Verfechter der Anliegen von Mittelstand, Industrie, Handel und Handwerk in unserem Land. Sein Tod ist ein großer Verlust für Bayern", sagte Bertram Brossardt in München. Er ist Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). "Wir haben einen langjährigen Wegbegleiter und zuverlässigen Partner verloren."
Nach Brossardts Worten hatte der Freie-Wähler-Chef großen Anteil daran, dass weiterhin bürgerliche Parteien Bayern regieren. Aiwanger habe sich über die Maßen um den Freistaat verdient gemacht.
Der DGB Bayern reagierte ebenfalls bestürzt. Für die Gewerkschaft war Aiwanger ein zuverlässiger Ansprechpartner. "Hubert Aiwanger war seiner bayerischen Heimat tief verbunden und hat als Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Verantwortung für unser Land getragen", sagte der Vorsitzende des DGB Bayern, Bernhard Stiedl. dpa/fre