Abschreibung auf Kredite und Wertpapiere - Hohe stille Lasten in Griechenland HRE-"Bad Bank" startet mit 3 Milliarden Euro Verlust

Die "Bad Bank" der verstaatlichten Hypo Real Estate - die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement - hat ihre erste Jahresbilanz mit einem Verlust von 3,0 Milliarden Euro abgeschlossen. Ursache waren Abschreibungen auf Kreditrisiken und Wertpapiere, für die wie geplant der Bankenrettungsfonds SoFFin und damit letztlich der Steuerzahler geradestehen muss.

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HRE-"Bad Bank" startet mit 3 Milliarden Euro Verlust

München (dapd). Die "Bad Bank" der verstaatlichten Hypo Real Estate - die Abwicklungsanstalt FMS Wertmanagement - hat ihre erste Jahresbilanz mit einem Verlust von 3,0 Milliarden Euro abgeschlossen. Ursache waren Abschreibungen auf Kreditrisiken und Wertpapiere, für die wie geplant der Bankenrettungsfonds SoFFin und damit letztlich der Steuerzahler geradestehen muss. Im Portfolio stecke noch "Zündstoff drin", sagte Finanzvorstand Christian Bluhm am Dienstag in München.

Der SoFFin hatte im vergangenen Oktober die riskantesten Papiere aus der Pfandbriefbank in die Abwicklungsanstalt übertragen. Von diesem Portfolio im Nennwert von 175,7 Milliarden Euro seien bis Dezember 1,4 Milliarden Euro abgebaut worden und bis Ende März weitere 3 Milliarden, sagte Bluhm. Der SoFFin habe bis zum Jahr 2020 einen Verlust von insgesamt 3,9 Milliarden Euro bei der FMS eingeplant. Ob das reiche oder der Steuerzahler Geld nachschießen müsse, sei heute offen.

Neben der Risikovorsorge von 2,98 Milliarden Euro für wacklige Kredite und Wertpapiere wies die FMS stille Lasten in Höhe von 24,4 Milliarden Euro aus - davon 14,5 Milliarden Euro in den EU-Krisenstaaten. Allein in Griechenland hat die FMS Kredite und Anleihen im Nennwert von 9,1 Milliarden Euro. Bei einem Verkauf zum heutigen Marktwert wären 4,7 Milliarden Euro verloren, erklärte Bluhm. Die FMS sei jedoch ein Staatsinstitut und habe auf keine europäische Staatsanleihe Abschreibungen vorgenommen: "Wir können nicht von einem toten Nachbarland ausgehen, wenn es gar nicht tot ist", betonte Bluhm. Die meisten griechischen Papiere würden erst nach 2020 fällig, und "wir erwarten, Griechenland erholt sich".

"Ganz schwierige Kandidaten"

Die Aufgabe der Abwicklungsanstalt sei: "Raus aus den Engagements, das Maximum herausholen für den Steuerzahler", erklärte Bluhm. Allerdings könne mancher Schuldner seine Kredite momentan nicht wie geplant zurückzahlen, und viele Papiere aus der Zeit vor der Finanzkrise seien momentan nur mit hohen Abschlägen zu verkaufen. Die "leistungsgestörten Kreditpapiere" im Volumen von 7,5 Milliarden Euro seien "die ganz schwierigen Kandidaten", sagte der Finanzchef.

Bis zum Jahr 2020 wolle die FMS jährlich 12 Milliarden Euro Portfolio oder insgesamt zwei Drittel der HRE-Erblast mit möglichst geringen Abschlägen abbauen. Einige Papiere, die vor einem Jahr noch als absolut toxisch galten, hätten sich etwas erholt. "Wir können heute nicht sagen, dass das Eigenkapital nicht reicht", sagte Bluhm.

Das Portfolio ist auf 65 Länder verteilt. Die meisten Kredite sind kleiner als 500 Millionen Euro. Die Abwicklungsanstalt habe immer drei Möglichkeiten: Die FMS könne Marktwertschwankungen aussitzen, also die Papiere "halten und warten, dass sie wiederkommen", sagte Bluhm. Die Mehrheit der Papiere läuft erst nach 2020 aus.

Andere Verträge müssten neu ausgehandelt werden. Und ein Teil laufe aus oder könne verkauft werden. Die FMS habe nur 61 Mitarbeiter, zudem arbeiteten aber einige 100 HRE-Beschäftigte für die Abwicklungsanstalt, erklärte Vorstand Frank Hellwig. Die Beschäftigten bekämen zwölf Monatsgehälter und keine Boni.

Die HRE war 2008 als systemrelevante Pfandbriefbank vom Bund gerettet und 2009 komplett verstaatlicht worden. Die bezahlten oder geplanten Kapitalspritzen für die HRE und ihre Abwicklungsanstalt FMS summieren sich bis heute auf 10 Milliarden Euro. Der jetzt ausgewiesene Verlust der FMS für 2010 ist darin enthalten. Die HRE selbst schreibt seit der Verschiebung der Altlasten in die FMS im Oktober schwarze Zahlen.

dapd