Applaus für Köhler im vollen Ordenssaal des Residenzschlosses Horst und Eva Luise Köhler sind Ehrenbürger der Stadt Ludwigsburg

Kurz legte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler den Arm um seine Ehefrau und lächelte verschmitzt, nachdem das Paar am Freitagabend vom Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Werner Spec, zu Ehrenbürgern ernannt worden waren. Beide standen mit ihren großen Urkunden auf der Bühne und lächelten stolz in das Blitzlichtgewitter der Fotografen.

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Horst und Eva Luise Köhler sind Ehrenbürger der Stadt Ludwigsburg

Ludwigsburg (dapd-bwb). Kurz legte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler den Arm um seine Ehefrau und lächelte verschmitzt, nachdem das Paar am Freitagabend vom Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg, Werner Spec, zu Ehrenbürgern ernannt worden waren. Beide standen mit ihren großen Urkunden auf der Bühne und lächelten stolz in das Blitzlichtgewitter der Fotografen. "Das ist fast wie noch mal heiraten", sagte Eva Luise Köhler wenig später vor dem Mikrophon. mit ihren großen Urkunden auf der Bühne.

Einen historischen Ort hatten sich die Ludwigsburger für die Verleihung der Würde ausgesucht: den Ordenssaal des Residenzschlosses mit seinen üppigen Deckengemälden und Kronleuchtern. 1819 sei dort die erste württembergische Verfassung übergeben worden, erklärte Spec.

Stehend applaudierte der volle Saal dem Paar, das sich in Ludwigsburg kennen und lieben gelernt hatte - bei einem Kinobesuch, wie der Ludwigsburger Oberbürgermeister in seiner Laudatio verriet. "Das siebte Siegel" von Ingmar Bergmann habe sich das Paar damals angesehen. Anschließend seien sie gemeinsam durch den Regen spaziert.

Dass er seine Frau in Ludwigsburg kennengelernt hatte, beschrieb auch Horst Köhler selbst als einen der wichtigsten Gründe dafür, dass ihn die Stadt so stark geprägt hat. "Ich kam als Flüchtlingskind mit zehn Jahren nach Ludwigsburg", sagte er. Seine Frau sei seine persönliche Integrationsbeauftragte geworden und habe ihm die Eigenheiten der Schwaben nahe gebracht.

Denn Eva Luise Köhler ist im Gegensatz zu ihrem Ehemann eine gebürtige Ludwigsburgerin. Selbst ihr Studium absolvierte die Grund- und Hauptschullehrerin an der städtischen Hochschule für Pädagogik. Auch wenn sie längst nicht mehr in Ludwigsburg lebt, engagiert sie sich noch immer sozial für die Stadt. Seit 2005 ist die 61-Jährige Schirmherrin der diakonischen Einrichtung Stiftung Karlshöhe.

Horst Köhler wurde dagegen 1943 in Polen geboren. Zunächst war seine war seine Familie nach Markkleeberg-Zöbigker bei Leipzig geflüchtet. 1953 gelangte die Familie nach Westdeutschland. Erst in Ludwigsburg, sagte Köhler, habe er zum ersten Mal richtig Halt gefunden.

Dass sie nun zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt wurden, machte beide sichtlich stolz. Auch wenn die Veranstaltung nicht ganz ohne Schönheitsfehler über die Bühne lief. Den Ludwigsburger Nobelpreisträger für Biophysik (1988), Hartmut Michel, etwa forderte der Oberbürgermeister bei seiner Begrüßungsrede vergeblich auf, aufzustehen. Vielleicht, mutmaßte Spec, sei Michel der Einladung ja doch nicht gefolgt. Zugesagt habe er aber, versicherte Spec. Und voll war der Saal ohnehin.

dapd