Neue Internetplattform für Handwerksbetriebe Holzrestposten online kaufen und verkaufen

Handwerkermeister und IT-Experte entwickeln zusammen eine neue Internetplattform für Handwerker, verarbeitende Betriebe, Hersteller und Großhändler. Wie das "Online-Lager" funktioniert und warum sich der Verkauf lohnt.

Jessica Baker

Handwerkermeister Werner Leuthe hat eine Internetplattform für Holzrestposten gegründet. - © Foto: screenshot von online-lager.com

Wohin mit den vielen Restposten und wie kann ich diese noch verkaufen? Dies fragte sich Handwerksmeister Werner Leuthe. Seit über 30 Jahren verlegt er Parkettböden und hat dabei immer viele Restposten, die sich in seinem Lager stapeln. Gemeinsam mit dem IT-Experten Christian Stöllinger überlegte er sich, wie er diese Restposten verkaufen könnte.

Totes Lagerkapital wiederbeleben

Mit ihrer Idee wollten sie auch anderen Handwerksbetrieben die Möglichkeit geben, ihre überschüssige Ware weiter zu verkaufen. Denn diese Ware nimmt nur unnötigen und teuren Lagerplatz ein. Auf der anderen Seite gibt es Betriebe, die diese Werkstoffe gut gebrauchen können, um zum Beispiel kleine Schadensfälle auszubessern.

„Wir Handwerker haben das Problem, dass wir mitunter viele Restposten auf Lager haben. Das Lager wird voller und voller, es liegt totes Lagerkapital herum. Wir wollen aus der Not eine Tugend machen und hatten die Idee, ein Online-Portal zu schaffen, das dem Handwerker als Verkäufer und auch als Käufer dient“, sagt Leuthe.

So entstand die Idee für einen virtuellen Lagerplatz für Holzrestposten. Im Sommer 2014 gründeten sie die Internetplattform "Online-Lager" auf der Betriebe ihre Lagerware verkaufen können.

Restposten fotografieren und hochladen

So funktioniert es: Verkäufer, zum Beispiel Betriebe, Hersteller und Großhändler für Laminat- oder Parkettböden können einen virtuellen Lagerplatz kaufen und dort ihre Produkte einstellen. Dies können Restposten, Überproduktionen, Lagerware, aber auch Unikate sein. So können Betriebe ihren Lagerbestand minimieren.

"Der Handwerker fotografiert seine Ware z.B. mit einem Smartphone und kann das Foto direkt auf unser Portal laden. Somit ist es kinderleicht vorhandene Restposten auf unserem Marktplatz zu verkaufen. Der Hersteller, Großhändler oder Handwerker muss sich nicht mit nervender Technik auseinandersetzen, sondern kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren“, sagt Stöllinger, der für die technische Umsetzung verantwortlich ist.

Verkäufer und Interessenten verhandeln direkt miteinander

Die Interessenten setzen sich direkt mit dem Verkäufer in Verbindung und verhandeln die Verkaufskonditionen. Käufer sind Handwerker, Architekten oder auch Endverbraucher. Für sie bietet die Plattform die Möglichkeit selten Einzelstücke oder günstige Restposten zu erwerben.

Das Portal ist gut angelaufen. Über 200 Artikel stehen bereits online und es werden jede Woche mehr, wie Leuthe berichtet. Für die Zukunft plant Leuthe das Portal auch für andere Materialien wie Stein zu erweitern und weitere Artikel aus dem Bereich Innenausbau hinzuzunehmen.