Die Zimmerei Braumandl fertigt umweltfreundliche Wohnhäuser aus Holz nach Kundenwunsch. Eine neue Produktionshalle erweitert die Kapazität und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Natürlich handelt es sich auch bei diesem Gebäude um einen Holzbau.
Während sich die Baubranche weiter in einer Konjunkturflaute befindet, ist die Holzbauquote 2023 erneut gestiegen. Sowohl bei Wohngebäuden als auch bei Nichtwohngebäuden wie Gewerbehallen nutzen Bauherren gerne die Vorzüge des ressourcenschonenden Materials. Auch für Florian Braumandl, Geschäftsführer einer Zimmerei aus dem mittelfränkischen Geslau, ist Holz der Baustoff der Wahl.
Sein Handwerksbetrieb fertigt unter dem Motto "zeitlose Lebensräume aus Holz" Designerhäuser für seine Kunden, aber auch Anbauten, Gewerbehallen und Zweckbauten für Kommunen gehören zum Angebot. Für den Unternehmer lag es deshalb auf der Hand, dass auch beim Bau der eigenen neuen Produktionshalle vorwiegend das Naturprodukt verwendet werden sollte.
Um der steigenden Nachfrage auf Kundenseite gerecht zu werden, war es für die Zimmerei an der Zeit, seine Kapazitäten zu erweitern. Zudem wollte Braumandl durch den Neubau die Logistik verbessern und seinen Mitarbeitern einen modernen und ergonomischen Arbeitsplatz bieten.
Holzbau im laufenden Betrieb errichtet
Auf dem Betriebsgelände mit knapp 5.000 Quadratmeter Fläche musste für das Vorhaben jedoch zunächst Platz geschaffen werden. Ein Gebäudekomplex aus den 1960er und 1980er-Jahren konnte nicht mehr zeitgemäß genutzt werden. Der Abbruch des alten Gebäudes empfand Florian Braumandl als anstrengend und aufwendig. "Wir sind dort auf ökologisch bedenkliche Verbundwerkstoffe, alte Dämmungen sowie asbesthaltige Bauteile gestoßen. Bei der aufwendigen Entsorgung fragte ich mich dann schon, warum früher so gebaut wurde", sagt Braumandl.
Seine Erfahrungen beim Abbruch nahmen großen Einfluss auf den Neubau. Braumandl entschied sich überwiegend auf unbehandeltes Holz zu setzen und achtete bei der Planung und Ausführung auf lösbare Verbindungen der einzelnen Bauteilschichten. Das Grundstück weist einen ovalen Zuschnitt auf und ist nördlich und östlich durch einen Hang begrenzt. Diese Gegebenheiten machte man sich planerisch zunutze und entwickelte neben dem rechteckigen Hallenschiff noch einen Anbau für Technik- und Lagerräume.
Eine Herausforderung war, dass alle Arbeiten so organisiert wurden, dass trotz der laufenden Baumaßnahmen die Fertigung von etwa zehn Holzhäusern im Jahr nicht gefährdet wurde. "Wir konnten die Arbeiten in einer weiteren Halle auf dem Gelände fortsetzen. Materialien für die Häuser haben wir uns, sofern möglich, genau zu dem Zeitpunkt liefern lassen, wo sie gebraucht wurden, weil wir wenig Lagerfläche zur Verfügung hatten. Die restlichen Werkstoffe haben wir bei uns auf dem Hof oder bei benachbarten Betrieben untergebracht. Das war schon ziemlich umständlich", erinnert sich Braumandl.
Gewerbehalle fügt sich in die Umgebung ein
Dem Geschäftsführer war es wichtig, dass sich das neue Gebäude trotz seiner Größe von 24 mal 54 Metern unaufgeregt in die Umgebung einfügt. Das Bauwerk wurde dafür an zwei Seiten in den Hang geschoben, um so das Grundstück effizient zu nutzen. Gleichzeitig wirkt die Halle dabei insgesamt weniger hoch und passt sich gut in den dörflichen Charakter der Region ein. Soweit es geht, sollte der Baustoff Holz verwendet, möglichst wenig Heizenergie benötigt und den Beschäftigten ein lichtdurchflutetes Arbeitsumfeld geboten werden. Deshalb besteht die Tragkonstruktion aus massiven, sichtbaren Leimholzbindern und die Außenwände aus Holzrahmenbauwänden mit einer innenseitigen Holzverkleidung aus Fichte-Dreischichtplatten.
Die Außenfassade aus Lärchebrettern stammt aus heimischen Wäldern und wurde vom örtlichen Sägewerk eingeschnitten. Sie kleiden die Halle in einem Rautenmuster. Beheizt wird die Halle über eine Betonkernaktivierung. Dabei ist die komplette Heizung in der Bodenplatte integriert. Die Heizenergie stammt aus dem örtlichen Nahwärmenetz. Eine Biogas- und Hackschnitzelanlage erzeugen die notwendige Wärme. Hierhin werden wiederum Sägespäne und Abfallholz geliefert.
Das anfallende Regenwasser wird nicht in die Kanalisation geleitet, sondern wird auf dem Grundstück gesammelt und versickert kontrolliert im Erdreich. "Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zum Hochwasserschutz", sagt der Chef. Zur Steigerung der Produktivität und zur Erleichterung der Arbeitsabläufe wurden zudem eine Abbundanlage und eine Nagelbrücke angeschafft. Das nachhaltige Energiekonzept soll durch eine Solaranlage auf dem Dach ergänzt werden. "Sobald wir den Stromverbrauch der neuen Halle kennen, können wir die Größe der Anlage seriös planen", sagt Braumandl.
Kundenzufriedenheit sichern
Durch die Arbeiten im laufenden Betrieb verlängerte sich die Bauzeit der neuen Halle um etwa vier Monate. "Wir mussten einzelne Schritte des Neubaus, wie etwa die Fassadenverkleidung, nach hinten schieben, um unsere Kunden weiterhin termingerecht zu bedienen. Deshalb war die Intensität in der Bauphase nicht immer gleich hoch. Sonst wären wir wahrscheinlich schon nach acht Monaten komplett fertig gewesen."
Inzwischen laufen die Arbeiten in der neuen Halle auf Hochtouren und Florian Braumandl ist froh, seinen Mitarbeitern einen attraktiven und gesundheitsfreundlichen Arbeitsplatz zu bieten und mehr Kundenaufträge annehmen zu können.
