Ausbildung zum Tischler "Holz ist meine Berufung"

Abiturient Robin Hentzschel steht kurz vor seiner Gesellenprüfung und ist in seinem Element: "Holz ist meine Berufung", sagt der Tischler-Azubi. Mit dem Gesellenbrief in der Tasche will Hentzschel erst einmal im Ausland arbeiten und danach sein Wissen an einer Schule weitergeben.

"Holz ist meine Berufung", sagt der Tischler-Azubi Robin Hentzschel. - © ZDH

In der Tischlerei fühlt sich Azubi Robin Hentzschel am wohlsten: "Das Faszinierende an Holz ist seine Lebendigkeit – es fühlt sich toll an, riecht immer unterschiedlich und gibt mir unwahrscheinlich viele Möglichkeiten, es in Form zu bringen." In der Tischlerei Lehnigk in Spremberg macht der 22-Jährige derzeit seine Lehre. Nach dem Abitur wollte er mit seinen Händen etwas schaffen, statt nur theoretisch an der Uni zu lernen. Für seinen Ausbilder Günther Lehnigk kein ungewöhnlicher Weg: "Ungefähr 40 Prozent meiner Auszubildenden hatten Abitur und jeder Einzelne hat mit der Ausbildung in der Tasche einen beeindruckenden Werdegang eingeschlagen." Einer hat zum Beispiel Architektur studiert, ein anderer arbeitet heute an einem wissenschaftlichen Institut für Holztechnik.

In der Freizeit Kunsthandwerker

Robin Hentzschel arbeitet zurzeit an seinem Gesellenstück. Es soll ein puristischer Schreibtisch in Esche, Nussbaum und Schiefer werden. Ein besonderes Detail ist ein Schubfach, welches ohne Knauf auskommt und sich mithilfe eines Magneten öffnen lässt. "Es macht mir Spaß, dass ich in diesem Beruf meine eigenen Ideen verwirklichen kann", sagt Hentzschel.

Auch in seiner Freizeit lebt der Auszubildende seine Kreativität am Holz aus. In seinem Atelier in der Cottbusser Altstadt fertigt er Füllfederhalter, Bartkämme und Ringe. "Oft schnitze ich einfach drauf los, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt – das Holz zeigt mir quasi, was es werden möchte", berichtet Hentzschel mit einem Lachen.

Weltweit gefragtes Handwerk

Nach seiner Gesellenprüfung zieht es den jungen Tischler in die Ferne. "Mal sehen, wo es mich hin verschlägt. Nottingham, Indien und die Sahara sind schon in der engeren Auswahl", überlegt der Tischler. Dass seine Fertigkeiten auch im Ausland gefragt sind, gibt ihm Sicherheit. "Ich bin froh, dass ich eine handwerkliche Ausbildung habe, denn dadurch bin ich in der Lage, überall auf der Welt mit meinen eigenen Händen etwas Nützliches zu schaffen", meint Hentzschel.

Nach seinem Reisejahr möchte der Auszubildende seine Verbundenheit zum Holz als Handwerkslehrer an einer Waldorf-Schule weitergeben. "Denn dort werden die Kinder an die verschiedenen Materialien herangeführt und jeder kann herausfinden, mit welchem Material er am liebsten arbeitet", sagt der Nachwuchstischler. Ein Video über Robin Hentzschel sowie Szenen aus dem Berufsleben anderer Nachwuchshandwerker gibt es unter handwerk.de . dhz