Allgemeine Wirtschaftsdaten: Exportmotor springt an
Hohes Wachstumstempo
Die Wirtschaft verzeichnete im 2. Quartal einen Wachstumsschub, nachdem sie im Winterhalbjahr 2009/2010 durch Sonderfaktoren vorübergehend an Dynamik eingebüßt hatte. Antriebskräfte waren vor allem die Auslandsnachfrage und Nachholeffekte im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft. Für die ersten sechs Monate wird mit einer Zunahme des realen Bruttoinlandsproduktes um gut 2,0 Prozent gerechnet.
Der private Verbrauch zeigte im Berichtszeitraum zwar ansteigende Tendenz, insgesamt blieb er aber noch eher verhalten. Die Diskussion um steigende finanzielle Belastungen im Rahmen des anstehenden Sparpakets hat die Bürger wahrscheinlich verunsichert. Andererseits haben die positiven Meldungen vom Arbeitsmarkt zur Stabilisierung des Konsumklimas beigetragen.
Die unternehmerische Investitionstätigkeit fasst - bei weiterhin restriktiven Finanzierungsbedingungen - langsam wieder Tritt. Aufgrund der immer noch reichlich vorhandenen Kapazitätsreserven standen Ersatzbeschaffungen im Vordergrund, während Erweiterungsinvestitionen nur eine untergeordnete Rolle spielten.
Die Exporte setzten ihren Aufwärtstrend fort. So sind die deutschen Ausfuhren im Zeitraum April/Mai um 24 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert gestiegen, der allerdings wegen der weltweiten Wirtschaftskrise extrem niedrig ausgefallen war. Darüber hinaus hat die Euroschwäche die Exporte in Nichteuroländer begünstigt, insbesondere in die wachstumsstarken lateinamerikanischen und asiatischen Schwellenländer.
Das Preisniveau auf der Verbraucherstufe blieb in der Berichtsperiode praktisch stabil. Lediglich im Mai haben sich die Lebenshaltungskosten etwas beschleunigt und lagen 1,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Juni sank die Teuerungsrate dann wieder überraschend deutlich auf 0,9 Prozent. Wie in den Vormonaten wurde sie durch die starken Preiserhöhungen bei leichtem Heizöl und Kraftstoffen bestimmt. Im Gegensatz dazu wirkte die Gaspreisentwicklung inflationsdämpfend.
Am Arbeitsmarkt stehen die Zeichen eindeutig auf Entspannung; darauf weist die zunehmende Arbeitskräftenachfrage hin. So kletterte der Beschäftigungsindex der Bundesagentur (BA-X) zuletzt um drei auf 158 Punkte. Entsprechend ist die Arbeitslosenzahl im Juni erneut gesunken. Bundesweit waren 3,15 Millionen Personen auf Jobsuche, das waren 257.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug damit 7,5 Prozent, nachdem sie im Vorjahresmonat noch bei 8,1 Prozent gelegen hatte.