Auszubildende müssen meist mit wenig Geld auskommen. Teuer wird es vor allem, wenn sie nicht mehr zu Hause leben. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es Unterstützung vom Staat.

Die hohen Wohnkosten belasten junge Menschen in Ausbildung oder Studium übermäßig. Auszubildende, die nicht mehr im Elternhaus leben, müssen im Schnitt 42 Prozent ihres Haushaltseinkommens fürs Wohnen aufwenden, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Bei den Studierenden in gleicher Situation sind es sogar 54 Prozent des Einkommens. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 25 Prozent.
Bei den Auszubildenden mit eigenem Haushalt lag das mittlere Einkommen dem Statistikamt zufolge im vergangenen Jahr bei 1.240 Euro netto. Davon stammen 80 Prozent des Etats aus dem eigenen Erwerbseinkommen. Für rund 91 Prozent der Auszubildenden ist das eigene Erwerbsentgelt der größte Posten beim Einkommen.
Bei den Studierenden mit eigener Haushaltsführung lag das mittlere Einkommen im vergangenen Jahr bei 867 Euro netto. Davon stammt im Schnitt mit 41 Prozent der größte Teil der Einkünfte aus eigenem Erwerbseinkommen. Knapp 32 Prozent machte private Unterstützung wie Unterhaltszahlungen etwa durch die Eltern aus, noch 15 Prozent kamen aus Bafög-Leistungen oder Stipendien.
Berufsausbildungshilfe statt Bafög
Im Gegensatz zu Studierenden haben Jugendliche in der dualen Ausbildung keinen Anspruch auf Förderung nach dem regulären Bafög. Sie können jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe erhalten. Gefördert werden zum Beispiel Auszubildende, deren Ausbildungsbetrieb zu weit vom Elternhaus entfernt ist, um zu Hause wohnen zu können. Ist der Auszubildende über 18 Jahre alt, verheiratet, in einer Partnerschaft oder hat mindestens ein Kind, kann er auch dann Berufsausbildungsbeihilfe erhalten, wenn er in erreichbarer Nähe zum Elternhaus lebt.
Programm "Junges Wohnen" für bezahlbaren Wohnraum
Mit dem Programm "Junges Wohnen" fördern Bund und Länder derzeit außerdem den Neubau und die Modernisierung von Studierenden- und Azubiwohnheimen mit jährlich 500 Millionen Euro. "Bezahlbare Wohnraumangebote für Azubis sind ein wichtiger Teil der Ausbildungsförderung und müssen weiter an Bedeutung gewinnen", sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich. So könnten Jugendliche motiviert werden, auch außerhalb ihrer Heimatregion eine Ausbildung zu beginnen. Dittrich fordert, das Programm 2025 unbedingt fortzuführen und weiterzuentwickeln. Notwendig seien zum Beispiel temporäre Wohnangebote, damit Auszubildende auch länderübergreifende Berufsschulen besuchen könnten. dpa/fre