Die Konjunkturerwartungen sind im Juni deutlich gesunken. Ausschlaggebend laut ZEW: die hohen Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel.
Hohe Energiepreise sorgen für Konjunktursturz
Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, lag der entsprechende Index bei minus 52,4 Punkten. Im Mai hatte er bei minus 41,4 Zählern gelegen. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur mit einem Rückgang auf minus 42,0 Punkte gerechnet.
Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich den Angaben nach im Juni geringfügig verschlechtert. Der entsprechende Indikator sank um 1,0 Punkte auf 37,6 Punkte und lag damit knapp über der Prognose von 37,3 Punkten.
Der Rückgang der Konjunkturerwartungen ist laut ZEW auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen suggerierten wiederholt rückläufige Auftragseingänge eine sich abschwächende Konjunkturdynamik für die kommenden sechs Monate. Zum anderen verringerten die anhaltend hohen Preissteigerungen für Energie und Nahrungsmittel die Kaufkraft der Konsumenten. Zudem dürften sich Kreditkonditionen für Unternehmen in Folge der Finanzkrise und der erwarteten Zinserhöhung der EZB verschlechtern.
"Die Erwartungen der Finanzanalysten sind durch Prognosen hinsichtlich einer sich abschwächenden Konjunkturdynamik im Jahr 2009 geprägt", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Umso mehr komme es darauf an, dass die Bundesregierung die wirtschaftspolitischen Weichen richtig stelle und das Erreichte nicht verspiele.
ddp