Konsumklimaindex Hohe Energiekosten drücken die Kauflaune

Die Kauflaune der deutschen Verbraucher ist im Juni so schlecht wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Gleich in drei Bereichen hat sich die Stimmung verschlechtert.

Hohe Energiekosten drücken die Kauflaune

Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung sind angesichts der ständig steigenden Energiekosten zum zweiten Mal in Folge gesunken, wie das Marktforschungsinstitut GfK mitteilte. Deswegen sei der sogenannte Konsumklimaindex für Juli auf einen Wert von 3,9 Punkten zurückgefallen nach einem revidierten Wert von 4,7 im Juni.

Ein Wert von 3,9 Punkten ist der niedrigste Stand seit Dezember 2005, wo er bei 3,5 Punkten gelegen hatte. Volkswirte hatten für Juli nur einen leichten Rückgang des Stimmungsindikators auf 4,6 Punkte erwartet.

Furcht vor Verlust der Kaufkraft

Laut GfK verstärken die ständig neuen Rekordpreise für Benzin und Diesel die Furcht der Konsumenten vor dem Verlust ihrer Kaufkraft. Deswegen hätten sie auch ihre Einkommensaussichten im Juni noch einmal etwas pessimistischer eingeschätzt. Dadurch lasse auch die Konsumneigung nach. Die Beurteilung der Konjunkturentwicklung leide unter den steigenden Inflationsängsten in Verbindung mit der anhaltenden Finanzmarktkrise, einem starken Euro sowie der weltweiten Konjunkturabschwächung.

Nach Angaben des Instituts werden die Kaufkraftverluste für die Haushalte immer größer, je länger die Inflationsrate in der Nähe der Drei-Prozent-Marke verharrt. Damit würden auch mögliche reale Einkommenszuwächse durch die guten Tarifabschlüsse in einigen Branchen größtenteils zunichte gemacht.

Vor dem Hintergrund sich verfestigender Inflationstendenzen um die Drei-Prozent-Marke revidierte die GfK ihre bisherige Prognose für den realen privaten Verbrauch für 2008 von 1,0 Prozent, die auf einer erwarteten Inflationsrate von 2,5 Prozent basierte, folglich auf 0,5 Prozent. Im Mai lagen die Verbraucherpreise in Deutschland um 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau, für Juni wird von Bankvolkswirten eine Jahresrate von 3,2 Prozent erwartet.

Der monatliche GfK-Konsumklimaindikator basiert auf rund 2.000 Verbraucherbefragungen. Wesentliche Faktoren des Konsumklimas sind die Einkommenserwartung, die Anschaffungsneigung und die Konjunkturerwartung der Verbraucher. Die Studie wird seit 1980 erhoben.

ddp