Steigender Ölpreis Hohe Benzinpreise bedrohen Arbeitsplätze

Der Ölpreis hat seinen Aufwärtstrend ungebremst fortgesetzt. Die parallel steigenden Benzinpreise könnten folgen für die deutsche Wirtschaft haben: 140.000 Arbeitsplätze sind bedroht.

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Hohe Benzinpreise bedrohen Arbeitsplätze

Am Donnerstagabend kletterte der Preis an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex auf ein neues Allzeithoch bei 145,85 Dollar. Am Nachmittag hatte der Ölpreis nur kurz mit Abschlägen auf die Dollarstärke im Zuge der Zinserehöhung der Europäischen Zentralbank reagiert. Händler sagten, der Preis werde von der großen Nachfrage aus Asien und dem Nahen Osten gestützt – trotz der schwächeren weltweiten Konjunktur und der sinkenden Nachfrage aus den USA.

Die parallel zum Ölpreis steigenden Kraftstoffpreise bedrohen in der deutschen Wirtschaft laut einer Umfrage bis zu 140.000 Arbeitsplätze. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Angaben zahlreicher Branchenverbände berichtet, müssen vor allem Beschäftigte im Taxi- und Transportgewerbe bangen, weil viele Firmen die hohen Benzinkosten nicht mehr bezahlen können und beim Personal einsparen müssen.

Entlassungen in Kfz-Branchen möglich

Wie die Zeitung weiter schreibt, drohen auch in Fahrschulen, der Fischerei-Branche und in Kfz-Betrieben Entlassungen wegen des hohen Kostendrucks. Darüber hinaus sei auch bei Kurier- und Postdiensten mit dem Abbau von Arbeitsplätzen zu rechnen.

Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Claudia Kemfert, wirft der Politik vor, zu spät auf steigende Energiepreise reagiert zu haben. "Hätten wir vor einem Jahrzehnt angefangen, Lösungen zu erarbeiten, hätten wir heute diese Probleme nicht", sagte Kemfert der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". Kemfert ist Mitglied einer Expertengruppe, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums die Entwicklung der Energiepreise untersuchen soll.

Der Chef von Greenpeace International, Gerd Leipold, sagte derweil ein nahes Ende der Benzin- und Dieselmotoren voraus. Er nehme die Ankündigungen der Autohersteller, rasch Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen, "sehr ernst", sagte Leipold der "Passauer Neuen Presse". "Wir stehen vor revolutionären Änderungen im Autobereich und die brauchen wir auch", sagte Leipold. Der Verbrennungsmotor sei "nicht zukunftstauglich".

ddp