Krankenkassen zahlen mehr für Hörgeräte Hörgeräteakustiker: Mehr Aufträge, aber weniger Gewinn

Die Zahl der verkauften Hörgeräte ist in den letzten Monaten stark gestiegen. Verbraucher profitieren von den höheren Leistungen der Krankenkassen. Hörgeräteakustiker befürchten hingegen Gewinneinbrüche.

Hörgeräteakustiker verkaufen seit Beginn des Jahres mehr Hörsysteme. Der Gewinn bleibt allerdings aus. - © Foto: Kzenon/ Fotolia

Die Ausgaben der Krankenkassen für den Bereich Heil- und Hilfsmittel sind im ersten Halbjahr 2014 stark gestiegen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit waren es insgesamt fast 20 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2013. In diesen Bereich fallen auch die Ausgaben für Hörsysteme.

Nach Informationen der Bundesinnung für Hörgeräteakustiker (biha) sind die höheren Zuzahlungen der Krankenkassen dafür verantwortlich. Seit Anfang des Jahres zahlen die Gesetzlichen Krankenversicherungen einen höheren Beitrag beim Kauf eines Hörgerätes. Damit setzen sie ein Urteil des Bundessozialgerichtes aus dem Jahr 2009 um. Das Gericht entschied, dass es eine bessere Versorgungsqualität für schwerhörige Menschen geben müsse. Zuvor wurde nur ein niedriger Basissatz gezahlt. Den Rest mussten Patienten selber beisteuern.

Für den Kunden wird es damit günstiger. Die Krankenkasse übernehmen nun die Kosten für ein qualitativ hochwertiges Hörgerät  mit modernster Digitaltechnik. Patienten müssen nichts mehr ausgeben. Nur, wer noch mehr Komfort und Automatik wünscht, muss aus seiner eigenen Tasche drauflegen.

Für die Hörgeräteakustiker sind die Aussichten leider nicht so gut. Zwar verzeichnet das Gesundheitshandwerk deutlich mehr Versorgungen, da Betroffene vermehrt von den besseren Leistungen Gebrauch machen. Jedoch sinken oder stagnieren die Gewinne der vorwiegend klein- und mittelständischen Handwerksbetriebe. Ursache sind die deutlich zunehmenden Kassenversorgungen. dhz