Zeitzeuge für das Alpine Museum des DAV Alte Höllentalangerhütte von Zimmerern wieder aufgebaut

Die durch die Hölle gehen, wollen auf die Zugspitze. Seit knapp einem Jahr können Bergsteiger vor dem Aufstieg auf Deutschlands höchsten Gipfel in der neuen Höllentalangerhütte Kräfte sammeln. Die alte Hütte wurde abgerissen, ihre Urzelle aber ist in München wieder auferstanden.

Ulrich Steudel

Vinzenz Bachmann (Mitte) mit seinen Mitarbeitern beim Richtfest auf der Praterinsel in München. - © Ulrich Steudel

Vinzenz Bachmann, Restaurator im Zimmererhandwerk aus Schleching im Chiemgau, hat mit seinen Mitarbeitern die „Urhölle“ auf die Praterinsel gestellt. Im Garten des Alpinen Museums soll sie vom kommenden Frühjahr an als Teil der Ausstellung die Besucher in die Anfänge des Alpinismus zurückversetzen.

1893 war die erste Höllentalangerhütte auf knapp 1.400 Metern Höhe errichtet worden. 120 Jahre später musste sie einer moderneren Unterkunft weichen. Obwohl noch zwei Jahre älter als die legendäre Berghütte, läuft der Baubetrieb von Vinzenz Bachmann in vierter Generation immer noch wie geschmiert. Rund 40 Mitarbeiter, darunter 20 Zimmerer, zwei Meister und fünf Bauinge­nieure, haben alle Hände voll zu tun.

Mit Zimmermannsarbeiten und Restaurierungen im Denkmalschutz hat sich Vinzenz Bachmann einen guten Ruf erarbeitet, der auch vom Deutschen Alpenverein gehört wurde. So baute Bachmann schon den aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kriechbaumhof in München-Giesing wieder auf, der vom DAV für die Jugendarbeit genutzt wird.

Für den Wiederaufbau der 2013 demontierten Höllentalangerhütte waren fünf seiner Mitarbeiter rund zweieinhalb Wochen beschäftigt, ehe am 7. Juli Richtfest gehalten werden konnte. „Wir haben die Hütte zwar nicht selbst abgebaut, aber es war alles sehr gut dokumentiert“, sagte Vinzenz Bachmann.

Trotzdem stört sich der Restaurator an manchen Vorgaben. So sollen nicht erhaltene Teile des Hauses durch Cortenstahl ersetzt werden, um neue und alte Bausubstanz optisch klar zu unterscheiden. „Das wäre mit Holz auch möglich gewesen“, glaubt Vinzenz Bachmann, dessen Handwerksbetrieb auch in Zukunft nicht zum alten Eisen wird. Sohn Vinzenz, der den gleichen Vornamen trägt wie alle seine Vorfahren im Geschäft, besucht gerade die Meisterschule. Er soll als fünfter Vinzenz die Zimmerer-Tradition der Bachmanns fortführen.