Die Inflation liegt bisher noch auf niedrigem Niveau, doch das könnte sich im kommenden Jahr ändern. Neben dem Anstieg der Ölpreise sprechen diese weltweiten Entwicklungen dafür.

Noch sind es die vergleichsweise niedrigen Energiepreise, die die Inflation im November 2016 gedämpft haben. Die Jahresteuerung blieb laut Statistischem Bundesamt bei 0,8 Prozent. Rechnet man die Energiepreise heraus, so hätte Sie allerdings bei 1,2 Prozent gelegen. Doch Tanken und Heizen war für Verbraucher insgesamt 2,7 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.
Doch diese Entwicklung könnte sich schon im Dezember ändern. Die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) haben sich auf Förderkürzungen geeinigt und das treibt den Ölpreis nach oben. Benzin und Heizöl kosten derzeit so viel wie zuletzt im Juli 2015.
Wie stark sich die Opec-Ankündigung allerdings langfristig wirklich bei den Preisen zeigt, bleibt abzuwarten. Steigende Ölpreise führen regelmäßig auch zu einer höheren Ölförderung in den USA und dies könnte sich wiederum dämpfend auf die Preise auswirken.
Diese Faktoren könnten die Preisentwicklung steuern
Doch es gibt noch andere Faktoren, die derzeit Einfluss auf die Teuerung haben und diese könnten sich im kommenden Jahr deutlich auswirken. Das Handelsblatt hat dazu eine ausführliche Aufstellung veröffentlicht und nennt folgende Entwicklungen als Gründe, warum die Preise im Jahr 2017 nicht auf dem jetzigen Niveau bleiben:
- Einige Länder – vor allem die USA und Großbritannien – haben die Erhöhung von Staatsausgaben angekündigt. Das bringt die Wirtschaft in Schwung und treibt die Preise nach oben. Auch EZB-Chef Mario Draghi hat von den EU-Staaten und deren Regierungen insgesamt mehr Engagement in diese Richtung gefordert.
- Donald Trump möchte die US-Wirtschaft durch höhere Zölle stärker abschotten. Das würde Importe teurer machen und könnte eine Kettenreaktion in anderen Ländern auslösen, die ebenfalls Zölle erhöhen. So würde das Preisniveau im weltweiten Handel steigen, was auch Auswirkungen auf die einzelnen Länder hat.
- Experten rechnen mit einer Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed. Auch diese Leitzinsanhebung könnte Folgen für die weltweite Geldpolitik haben und sich so auch auf Europa auswirken. Wenn die Zinsen steigen, steigen auch die Preise.
- Und auch das leichte Anziehen der Weltwirtschaft – vor allem in China – bringt neuen Schwung in die Entwicklung der Preise. Denn diese steigen, wenn die Menschen mehr verdienen aufgrund einer anziehenden Konjunktur. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet künftig mit einem globalen Wirtschaftswachstum, das über drei Prozent liegt. Derzeit liegt es bei 2,9 Prozent. dhz