Neonazis verlieren Heß-Grab in Wunsiedel als Pilgerstätte Hitler-Stellvertreter Heß soll auf See bestattet werden

Deutschlands Neonazis verlieren eine Pilgerstätte. Die Gebeine des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß seien in der Nacht zu Mittwoch im oberfränkischen Wunsiedel exhumiert worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) vorab. Das von zahlreichen Neonazis besuchte Grab existiere nicht mehr.

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Hitler-Stellvertreter Heß soll auf See bestattet werden

München (dapd). Deutschlands Neonazis verlieren eine Pilgerstätte. Die Gebeine des ehemaligen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß seien in der Nacht zu Mittwoch im oberfränkischen Wunsiedel exhumiert worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) vorab. Das von zahlreichen Neonazis besuchte Grab existiere nicht mehr. Heß' Überreste sollten mit Zustimmung seiner Erben verbrannt und auf See bestattet werden.

Heß war 1946 im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden und hatte 1987 im Berliner Gefängnis Spandau Selbstmord begangen. Der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Wunsiedel stimmte damals Heß' Wunsch zu, im Familiengrab seiner Eltern beigesetzt zu werden. In der Folge demonstrierten immer wieder Neonazis in dem Ort.

Dem Blatt zufolge lief nun der Pachtvertrag für das Grab aus und die Kirchengemeinde verweigerte eine Verlängerung. Zunächst klagte eine Heß-Enkelin gegen diese Schritt, doch ließ sich die Familie schließlich überzeugen, die Auflösung des Grabes zu akzeptieren.

dapd