Ausbilder haben die Aufgabe, den Lehrlingen die beruflichen Fähigkeiten zu vermitteln, damit diese die Ausbildung erfolgreich abschließen können. Unterstützung gibt es dabei aber auch für die Ausbilder selbst – in Form dieser Leitfragen.

Zu den Kernaufgaben der Ausbilderinnen und Ausbilder gehört, den Lehrlingen die Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten des Ausbildungsberufes zu vermitteln. Als Grundlage dient der betriebliche Ausbildungsplan mit den Lernzielen aus dem Ausbildungsrahmenplan der Ausbildungsordnung.
Wie läuft eine Ausbildung ab?
Nach einem Versetzungsplan durchlaufen die Auszubildenden die verschiedenen Bereiche des Betriebes. Während der Probezeit bewerten die Vertragsparteien den aktuellen Sachstand. Danach wird mit Lernerfolgskontrollen regelmäßig der Ausbildungsstand überprüft. Das geschieht auch anhand der Berichtshefte, die von den Lehrlingen schriftlich zu führen sind. Alle halten den Kontakt zur Ausbildungsberatung, zu den Lehrkräften in der Berufsschule und zu möglichen Partnerbetrieben. Die Lehrlinge nehmen an der Zwischenprüfung teil. Gegebenenfalls sind danach Anpassungen in der täglichen Ausbildungsarbeit erforderlich. Gegen Ende der Ausbildungszeit werden die Auszubildenden zur Abschlussprüfung angemeldet. Es erfolgt eine gezielte Vorbereitung auf diese Prüfung. Im Unternehmen wird die Übernahme in ein Arbeitsverhältnis geklärt.
Die Leitfragen für den Betrieb lauten:
- Motivieren wir unsere Lehrlinge, vermitteln wir systematisch alle Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten nach dem betrieblichen Ausbildungsplan?
- Wählen wir die geeigneten Methoden aus?
- Setzen wir die geeigneten Ausbildungsmedien ein?
- Führen wir regelmäßig Lernerfolgskontrollen durch?
- Überwachen wir den Verlauf der Lehrzeit durch Kontrolle der Berichtshefte?
- Pflegen wir einen regelmäßigen und persönlichen Kontakt zu den Lehrkräften in der Berufsschule?
- Nehmen wir an Lernortkooperationen teil?
- Sorgen wir dafür, dass die Regelungen aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz immer eingehalten werden?
- Wenden wir genügend Zeit für Ausbildung, Betreuung, Organisation und Koordination auf?
- Kooperieren wir zum Nutzen der Berufsausbildung mit anderen Unternehmen und hospitiert unser Ausbildungspersonal im Berufsschulunterricht?
Die entsprechenden Leitfragen für die Berufsschule wären:
- Stellen wir sicher, dass im Unterricht ein Einklang hergestellt wird zwischen den auf die Ausbildungsordnungen abgestimmten Lehrplänen und den Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die den Lehrlingen in den Betrieben nach den betrieblichen Ausbildungsplänen zu vermitteln sind?
- Stimmen wir Inhalte mit den dualen Partnern in Lernortkooperationen ab?
- Informieren wir die Ausbildungsbetriebe durch Vermerke oder Anhänge in den Ausbildungsnachweisen regelmäßig und zeitnah über alle Fehlzeiten ihrer Auszubildenden?
- Informieren wir die Ausbildenden umgehend und vollständig über personelle und organisatorische Veränderungen in der Schule und sorgen wir bei Unterrichtsausfall für fachlich kompetenten Ersatzunterricht?
- Pflegen alle Lehrkräfte einen regelmäßigen Kontakt zu den Ausbildungsverantwortlichen in den Betrieben und zur Ausbildungsberatung der Kammern?
- Tauschen wir uns mit den Meisterinnen und Meistern regelmäßig über den schulischen und betrieblichen Leistungsstand der Lehrlinge aus?
- Ermöglichen wir den Lehrlingen neben der Berufsausbildung den Erwerb zusätzlicher allgemeiner Bildungsabschlüsse?
- Halten wir unsere Schülerinnen und Schüler dazu an, ihre Fremdsprachenkenntnisse zertifizieren zu lassen?
Ihr Ausbildungsberater Peter Braune
Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.