Wer sich beruflich weiterbilden möchte, dem stehen einige Möglichkeiten zur Verfügung, um dies zu finanzieren. Vom Chef, über den Bund, bis hin zu Steuerrückzahlungen vom Finanzamt, gibt es viele Förderangebote.

Fortbildungen sind teuer. Für die berufliche Weiterbildung gibt es deshalb zahlreiche Unterstützungsangebote: vom Bund, von den Ländern, vom Arbeitgeber aber auch vom Finanzamt in Form von Steuerrückzahlungen. Doch wer kann welche finanziellen Hilfen erwarten?
Arbeitnehmern stehen alle Türen offen
"Für Arbeitnehmer sieht es in puncto Unterstützung besonders gut aus. Sie können bei fast allen Fördermöglichkeiten absahnen. Für Arbeitslose, Berufsrückkehrer und Selbstständige fällt das Angebot dagegen nicht ganz so groß aus. Dennoch sind auch für sie noch viele Förderungen dabei", sagen die Experten von Stiftung Warentest , die in ihrem Leitfaden "Weiterbildung finanzieren" zeigen, welche Zuschüsse die jeweilige Gruppe bekommen kann.
Die wichtigsten Fördermöglichkeiten auf einen Blick:
Der Chef unterstützt die Weiterbildung
Von einer besseren beruflichen Qualifikation eines Mitarbeiters profitiert auch der Arbeitgeber. Nicht zuletzt deshalb ist in Deutschland die betriebliche Weiterbildung aktuell auf einem Rekordhöchststand. 54 Prozent aller Unternehmen unterstützen ihre Angestellten bei der Weiterbildung finanziell, indem sie die Kosten für die jeweiligen Kurse, Hotelaufenthalte und die Anreise übernehmen.
Außerdem ist es möglich, vom Chef den sogenannten Bildungsurlaub genehmigt zu bekommen. Das Gehalt wird in dieser Zeit weiter gezahlt. Allerdings trägt der Mitarbeiter die Kosten für die Weiterbildung selbst.

Arbeitsagentur hilft kleinen und mittleren Betrieben
Für kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nur bedingt finanziell unterstützen können, gibt es zudem die Möglichkeit, Zuschüsse für die Weiterbildung durch die Arbeitsagentur zu erhalten. Im Jahr 2014 wurden hierfür 150 Millionen Euro ausgeschüttet.
Unterstützung durch Bund und Länder
Die Staatlichen Bildungsprogramme greifen beim Lernen für den Job unter die Arme. Wer die Kriterien erfüllt kann durchaus viel Geld für seine berufliche Fortbildung bekommen. Dabei gibt es gerade bei den Hilfen vom Bund zahlreiche verschiedene Möglichkeiten. Von Meister-Bafög und Stipendien, über Bildungsprämien, bis hin zur Förderung gering qualifizierter Arbeitnehmer. Der Vorteil: Egal ob Arbeitnehmer oder Arbeitslos, bei den Förderprogrammen vom Staat ist für jeden etwas dabei.
Mit dem Weiterbildungsstipendium der "Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung" beispielsweise erhalten engagierte Fachkräfte unter 25 Jahren bis zu 6.000 Euro für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen.
Diese Förderprogramme bietet der Staat
| Förderprogramm | Wer bekommt es? |
| Aufstiegsstipendium | Jeder |
| Bildungsgutschein | Arbeitnehmer, Arbeitslose, Berufsrückkehrer |
| Bildungsprämie 1 (Prämiengutschein) | Arbeitnehmer, Selbstständige |
| Bildungsprämie 2 (Spargutschein) | Jeder |
| Meister-Bafög | Jeder |
| WeGebAu | Arbeitnehmer |
| Weiterbildungsstipendium | Arbeitnehmer, Arbeitslose, Selbstständige |
Aktuell beteiligen sich auch acht Bundesländer an den Kosten für berufliche Weiterbildung. Um hier eine Finanzspritze zu bekommen, müssen die Teilnehmer entweder im jeweiligen Bundesland wohnen oder dort arbeiten.
In diesen Bundesländern gibt es finanzielle Unterstützung
- Brandenburg
- Hamburg
- Hessen
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
Geld vom Finanzamt
Vom Geld des Finanzamtes können Arbeitnehmer wie auch Selbstständige profitieren. Durch die Steuererklärung lässt sich ein Teil des Geldes zurückholen. Allerdings müssen die beruflichen Interessen der jeweiligen Veranstaltung genau nachgewiesen und im Vordergrund stehen.
Tipp: Um dies zu belegen, sollte dem Finanzamt eine konkrete Übersicht zum Ablauf der Reise vorgelegt werden.
Der Kredit von der Bank
Der Kredit von der Bank sollte nicht unbedingt die erste Wahl sein, ist jedoch eine gute Alternative zu den staatlichen Fördermitteln. Eine Finanzspritze von ihrem Geldinstitut können im Normalfall Arbeitgeber, Selbstständige und Berufsrückkehrer für ihre Weiterbildung beantragen.
Drei unterschiedliche Kreditformen
Unterschieden wird hierbei zwischen drei Kreditformen. Der Bildungskredit ist ein zinsgünstiges Darlehen, das die Bundesregierung zusammen mit der KfW-Bankengruppe anbietet. Der Bildungskredit steht jedoch lediglich Personen bis 36 Jahren zur Verfügung. Der Ratenkredit ist ein Kredit den Banken in einer vollen Summe auszahlen und den der Kunde in gleichmäßigen Raten zurückzahlt. Ihn erhalten alle Kunden, die von der Bank als Kreditwürdig eingeschätzt werden.
Der Abrufkredit: Hier eröffnet die Bank für den Kunden ein Kreditkonto. Von diesem können dann bei Bedarf Geldbeträge in beliebiger Höhe abgehoben werden, bis die vereinbarte Grenze erreicht ist. Diese Art von Kredit haben jedoch nur wenige Banken im Angebot.
Die Bürokratie lohnt sich
Einen Zuschuss zu den Kurskosten zu beantragen oder sich für ein Stipendium zu bewerben, bedeutet bürokratischen Aufwand und nimmt zunächst einmal Zeit in Anspruch. Doch die Mühe lohnt sich, denn Weiterbildung zahlt sich immer aus. end (mit Inhalten des Leitfadens "Weiterbildung finanzieren")